Aquaristik und Terraristik

Leguane als Haustier: Auf was sich potenzielle Halter einstellen müssen

Die Haltung von Reptilien ist ein beliebtes Hobby. Viele Halter schwören dabei auf Schlangen, Geckos oder auch Bartagamen. Leguane hingegen spielen oft nur eine untergeordnete Rolle. Die Tiere sind in der Anschaffung nämlich nicht ganz günstig und die Haltung ist je nach Art etwas anspruchsvoller. Aber auch Anfänger können sich tiefer mit den faszinierenden Echsen beschäftigen. So existieren doch viele Leguanarten im Handel, die sich gut für unerfahrene Terrarianer eignen. Doch eine Frage bleibt hierbei offen: Auf was lässt man sich mit der Leguanhaltung ein?

Grundlegendes zu den Leguanarten

Spricht man in der Terraristk von Leguanen, denken viele automatisch an den Grünen Leguan. Dieser sorgte vor ein paar Jahren für einen regelrechten Boom bei den erfahreneren Terrarianern. Allerdings wird diese Art über 2 Meter groß und stellt damit große Ansprüche an den Pfleger. So braucht man ein sehr großes Terrarium samt beheizten Wasserbecken und Klettermöglichkeiten. Außerdem kann das Klima nur mithilfe einer Beregnungsanlage und viel Erfahrung artgerecht nachgestellt werden.

All diese Dinge haben dazu geführt, dass Leguane fälschlicherweise nicht als Anfängertiere gelten. Dabei gibt es mehr als genügend Arten, die zwischen 30 und 70 cm klein bleiben. Wer nicht lange selbst recherchieren möchte, sollte sich einmal die Steckbriefe von Stachelleguanen, Maskenleguanen oder auch Wüstenleguanen zu Gemüte führen. Alle 3 lassen sich verhältnismäßig einfach pflegen.

Wie aufwendig sind Leguane als Haustiere in der Pflege?

Die Haltung jeder Art macht einiges an Arbeit. Täglich müssen beispielsweise die klimatischen Bedingungen kontrolliert werden. Bei Leguanen aus tropischen Gebieten muss zusätzlich Wasser versprüht werden. Wer sich aber die Mühe macht, wird von seinen Tieren nicht enttäuscht werden. Es macht eine Menge Spaß sie zu beobachten. Sei es bei der Jagd nach Futterinsekten oder beim Herumklettern.

Leider machen die Tiere dabei jede Menge Dreck. So muss man jeden Tag aufs Neue den Kot wegräumen. Futterreste wollen ebenfalls täglich entfernt werden und überflüssige Futtertiere müssen sogar wieder eingefangen werden. Wer meint hierauf verzichten zu können, irrt leider gewaltig. Entweder entwischen die Tiere nachts und vermehren sich in der Wohnung oder sie fressen nachts die Leguane an. Ja, richtig gehört. Heimchen sind dafür bekannt als nachtaktive Insekten kleine Löcher in die Tiere zu nagen. Wahrlich kein schöner Anblick.

Wie teuer können Leguane in der Haltung kommen?

Zeit hat man meist genügend, wenn man sich ein Haustier zulegen will. Doch gerade Terrarientiere sind teuer in der Anschaffung sowie in der laufenden Haltung. Außerdem ist ein Terrarium samt Technik und Einrichtung weit teurer als man glauben könnte. Aber fangen wir am besten der Reihe nach an. Leguane bekommt man bei vielen Zoohandlungen oder auf Reptilienbörsen. Je nach Art und Alter können zwischen 30 und mehreren Hundert Euro fällig werden.

Das Terrarium kann man kaufen oder selber bauen. Ersteres ist meist die bessere Wahl für Einsteiger. Leguane aus Trockengebieten kann man gut in günstigen Holzterrarien halten. Tropenbewohner machen sich wegen der höheren Grundfeuchte besser in Glasterrarien. Zwar kann man ein Holzterrarium nach dem Kauf noch versiegeln, aber bereits der kleinste Fehler dabei zu Schimmel und Wasserschäden führen.

Je nach verbautem Material kostet ein normales Leguanterrarium zwischen 80 und 400 Euro. Allerdings handelt es sich hier nur um ein leeres Gefäß. Man braucht also noch eine ganze Menge Einrichtung und technische Apparate. Dafür kommen schnell noch mal mehrere Hundert Euro zusammen. So muss man Kletter- und Versteckmöglichkeiten kaufen, passenden Bodengrund erwerben und für eine ausreichende Bepflanzung sorgen. Diese kann aber problemlos aus künstlichen Pflanzen bestehen.

Die Kosten für die Technik schwanken stark. Leguane aus Trockengebieten brauchen am wenigsten. Sie sind mit einer guten Beleuchtung und gegebenenfalls noch mit einer Heizmatte zufriedenzustellen. Für Tropenbewohner gilt dies aber nicht. Häufig braucht man eine Beregnungsanlage sowie eine zusätzliche Heizung für das Wasserbecken. Solche technischen Apparate gehen schnell ins Geld. Schnäppchen lassen sich vor allem beim Durchstöbern von Kleinanzeigenportalen machen.

Insgesamt sollte man für den Kauf des Tiers und das fertige Terrarium mit etwa 1000 Euro rechnen. Der monatliche Unterhalt dagegen bleibt überschaubar. So benötigt man ausreichend Futter und Strom für die Beleuchtung. Je nach Größe der Tiere und deren Zuhause kann man mit 30 bis 70 Euro rechnen. Tierarztbesuche sowie die jährliche Kotuntersuchung belasten den Geldbeutel dann nochmal.

Was bei Leguanen als Haustier häufig außer Acht gelassen wird

Leguane sind keine Streichel- oder Kuscheltiere. Sie möchten weder berührt noch unnötig aus dem Terrarium herausgenommen werden. Sie empfinden jegliche Form der Berührung als Stress. Schließen sie dabei ihre Augen ist das kein Anzeichen von Entspannung, sondern der Versuch sich Tod zu stellen. Häufig wehren sie sich auch gegen die Berührung von Menschen. Das Ganze macht sich dann mit Schwanzschlägen oder gar Bissversuchen bemerkbar. Gerade bei größeren Arten ist hier allergrößte Vorsicht geboten. Ansonsten kann es auch mal zu kleineren Verletzungen kommen.

Häufig haben Einsteiger aufgrund mangelnder Erfahrung Schwierigkeiten bei der Haltung ihrer Leguane. Daher sollte man sich ausreichend über die jeweilige Art und deren Haltungsbedingungen einlesen. Aber auch allgemeines Wissen über Leguane ist hilfreich. So sollte man die gängigen Leguankrankheiten kennen und anhand der Symptome auch zuordnen können. Je nach Krankheitsbild kann man dann selbst etwas unternehmen oder muss einen fachkundigen Tierarzt aufsuchen. Solche gibt es aber oft erst in der nächsten Großstadt. Normale Tierärzte können Reptilien meist nicht behandeln.

In eher seltenen Fällen kommt es bei Leguanen zu Mangelerscheinungen oder einen apathischen Verhalten. Oft lässt sich dies auf bestimmte Haltungsfehler zurückführen. So vergessen Einsteiger häufig die Gabe von Vitamin- und Kalziumpräparaten oder halten sie schlicht für Geldmacherei. Dem ist aber nicht so. Die Tiere müssen mit ausreichend Nährstoffen versorgt werde, damit der Organismus ordentlich funktioniert. So sind Kalzium und Mineralien wichtig für die Knochen und den Skellettaufbau. Eisen oder Magnesium werden für den Stoffwechsel gebraucht.

Unser Fazit über Leguane als Haustiere

Die Terraristik ist ein interessantes, wenn auch anspruchsvolles Hobby. Leguane eignen sich gut für Einsteiger als auch erfahrene Halter. Wichtig ist die Wahl der richtigen Leguanart und ein genaues Einarbeiten in die erforderlichen Haltungsbedingungen. Wer alles richtig macht, wird sich noch lange an seinen Leguanen im heimischen Terrarium erfreuen können. Schließlich werden die Tiere oft über 10 Jahre alt. Wem der zeitliche oder finanzielle Aufwand für Leguane zu hoch erscheint, sollte sich näher mit Zwerggeckos auseinandersetzen.

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