Haustiere Hunde

Gefahrenquelle Hitzschlag – So heiß werden Autos im Sommer

ein Hund in einem Auto

Hunde haben nur eine Möglichkeit, ihre Körpertemperatur trotz großer Hitze auf einem normalen Level von 38 bis 39 Grad Celsius zu halten: Sie hecheln. Steigen die Temperaturen zu sehr an, reicht das aber nicht mehr aus. Steigt die Körpertemperatur eines Hundes auf über 40 °C, versagt sein Kreislauf. Der Hund er­lei­det ei­nen le­bens­be­droh­li­chen Hitzschlag. Eben die­ser Gefahr set­zen Hundehalter ih­re Vierbeiner aus, wenn sie sie bei Hitze im Auto war­ten las­sen.

Wie schnell si­ch ein Fahrzeug auf­heizt, hängt von vielen Faktoren ab: dem Modell, der Farbe, der Scheibentönung, dem Standort, der Zahl der ge­öff­ne­ten Fenster und der Lüftung vor dem Abstellen. Annäherungsweise ist da­von aus­zu­ge­hen, dass sich ein grau­er, ge­schlos­se­ner PKW, der in der Sonne steht, bei 20 °C Außentemperatur in­ner­halb von ei­ner Stunde auf 46 °C auf­heizt. Bei 28 °C braucht es nur 30 Minuten, um in et­wa die­se Temperatur zu er­rei­chen. Bei 32 °C ge­nü­gen be­reits et­wa 20 Minuten, bei 36 °C we­ni­ger als 15 Minuten. Für den Hund ist die­se Innenraumtemperatur le­bens­be­droh­li­ch. Eine ho­he Luftfeuchtigkeit be­schleu­nigt das Aufheizen zu­sätz­li­ch. Das Risiko steigt zusätzlich, wenn der Hund zu­vor kör­per­li­cher Anstrengung aus­ge­setzt war. Dadurch ist die Herzfrequenz bereits erhöht, die Atmung beschleunigt. Nicht zu­letzt re­agie­ren Hunde je nach Fellbeschaffenheit sehr in­di­vi­du­ell auf Hitze.

Sonnenschutz für das Auto

Das Aufheizen des Autos kann durch ein­fa­che Maßnahmen ver­lang­samt wer­den: Scheiben mit ei­ner spe­zi­el­len Folie tö­nen las­sen, Scheiben öff­nen so­wie das Auto im Schatten par­ken und mit­tels Klimaanlage vor dem Abstellen küh­len. Das ver­schafft dem Hund al­ler­dings nur ein paar Minuten mehr bis zur kri­ti­schen Temperatur, ganz ab­ge­se­hen da­von, dass das Auto schon lan­ge vor­her ei­ne un­an­ge­neh­me Gradzahl er­reicht. Am bes­ten ist es da­her, den Hund bei war­mem Wetter gar nicht er­st im Auto zu las­sen.

Theoretisch darf je­der Passant die Scheibe ei­nes Autos ein­ge­schla­gen und ein dar­in sit­zen­des Tier be­frei­en, wenn es um sein Leben kämpft. Doch Vorsicht: Genau ge­nom­men han­delt es si­ch hier­bei um Sachbeschädigung. Straffrei ist dies nur, wenn es im Interesse des Tierhalters ge­schieht und die Gefahrensituation ein­deu­tig er­kenn­bar und nicht an­ders ab­zu­wen­den war. Die Ahndung der­ar­ti­ger Straftatbestände er­folgt im­mer im Einzelfall. Aus die­sem Grund soll­te vor dem Einschlagen ei­ner Scheibe im­mer die Polizei in­for­miert wer­den, zur Not soll­te auf de­ren Eintreffen ge­war­tet wer­den. Muss ei­ne Scheibe ein­ge­schla­gen wer­den, soll­te nicht die di­rekt beim Hund be­find­li­che Scheibe ge­wählt wer­den, da­mit si­ch das Tier nicht an den Scherben ver­letzt.

Es geht aber auch ein­fa­cher: Viele Supermärkte er­klä­ren si­ch in sol­chen Situationen be­reit, ei­ne Durchsage nach dem Fahrzeughalter zu ma­chen. Im klei­nen Rahmen, wie bei der ört­li­chen Hundeschule, ist der Halter meist auf dem Platz oder im Vereinsheim zu fin­den. In je­dem Fall soll­te zu­min­dest ver­sucht wer­den, den Halter aus­fin­dig zu ma­chen, so­fern kei­ne aku­te Lebensgefahr für den Hund be­steht.

Symptome und Maßnahmen

Zu er­ken­nen ist ein Hitzschlag an mas­si­vem Hecheln, fla­cher Atmung, star­kem Speichelfluss und weit her­aus­hän­gen­der Zunge so­wie Herzrasen, stark ge­rö­te­ten Schleimhäuten, Gleichgewichtsstörungen und even­tu­el­ler Teilnahmslosigkeit. Kollabiert der Kreislauf, wer­den die Schleimhäute blass, tro­cken und even­tu­ell blau, es kommt zu Krämpfen, Bewusstlosigkeit und Koma. Zeigt der Hund die­se Symptome, muss er so­fort ins Kühle ge­bracht wer­den. Ist er bei Bewusstsein, soll­te er in ein küh­les, feuch­tes Tuch ein­ge­wi­ckelt oder da­mit be­deckt wer­den. Es darf kein eis­kal­tes Wasser ver­wen­det wer­den, son­st kommt es durch den mas­si­ven Temperaturunterschied zu wei­te­ren Kreislaufproblemen. Wenn der Hund wie­der fit­ter wird, kann er mit küh­lem Wasser, lang­sam an den Beinen be­gin­nend, ab­ge­duscht wer­den. Dies ist nur mög­li­ch, wenn es dem Hund kei­nen zu­sätz­li­chen Stress ver­ur­sacht. Er soll­te au­ßer­dem lau­war­mes Wasser zum Trinken er­hal­ten.

Ist der Hund nicht bei Bewusstsein, soll­te er auf die rech­te Seite ge­legt wer­den, um sein Herz zu ent­las­ten. Anschließend ist es wich­tig, Kopf und Hals vor­sich­tig zu stre­cken, da­mit die Zunge nicht die Luftzufuhr blo­ckiert. Zum Abkühlen soll­te der Hund mit ei­nem küh­len, feuch­ten Tuch be­deckt oder dar­in ein­ge­wi­ckelt wer­den. Hat be­reits die Atmung aus­ge­setzt, ist der Fang auf Erbrochenes zu kon­trol­lie­ren und die­ses zu ent­fer­nen. Beginnt der Hund nicht wie­der zu at­men, be­nö­tigt er ei­ne Herzmassage, die si­ch Hundehalter für den Notfall von ih­rem Tierarzt zei­gen las­sen soll­ten. In je­dem Fall muss der Hund nach der Erstversorgung für die wei­te­re Behandlung mit Medikamenten und Infusionen zum Tierarzt ge­bracht wer­den.

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