Haustiere Hunde

Was hat es mit der Hundesteuer auf sich?

eine Steuermarke an einem Halsband

Wieso zahle eigentlich nur ich eine Steuer auf mein Haustier? Diese Frage hat sich sicher jeder Hundehalter schon einmal gestellt. Die Hundesteuer fällt wie der Name sagt nur für Hunde an. Kein anderes Tier wird besteuert. Dazu kommt noch, dass die Hundesteuer eine reine Luxusstreuer ist. Will heißen: Das eingenommene Geld wird meist nicht mal für die Hundehalter verwendet. Doch wieso fällt nur für Hunde ein jährlicher Festbetrag an?

Von Hundkorn und Hundezehnt

Die Hundesteuer in Deutschland geht Vermutungen zu­fol­ge bis ins Mittelalter zu­rück. Am 14. September 1260 wur­de in ei­ner Schrift über das Weistum von Susteren, ei­ne ehe­ma­li­ge Abtei, das er­s­te Mal das so­ge­nann­te „Hundkorn“ er­wähnt. Deutlicher werden die Hinweise auf die Ursprünge der Hundesteuer etwa ab 1500. Damals war der Jagdsport ein Privileg und Zeitvertreib der Adligen. Dafür brauchten sie ei­ne gro­ße Anzahl an Jagdhunden. Und für deren Unterhalt sollten die Bauern aufkommen. Sie sollten einen Teil ihrer Getreideernten für die Jagdhunde abgeben. Diese Abgabe nannte man Hundkorn oder Hundbrot.

Geistliche mussten schon ab Ende des 12. Jahrhunderts unter anderem für die Hunde von Gutsbesitzern aufkommen, wenn sie kei­nen Militärdienst leis­ten konn­ten. Die Versorgung der Hunde wur­de spä­ter in ei­ne Geldabgabe um­ge­wan­delt, in den so­ge­nann­ten Hundedecem be­zie­hungs­wei­se Hundezehnt.

Wie aus der englischen „dog bill“ die deutsche Hundesteuer wurde

Die heu­ti­ge Form der Hundesteuer geht auf die Einführung der „dog bill“ im Jahr 1755 in England zu­rück. Offizielle Begründung für die Steuer war die Eindämmung der gro­ßen Hundepopulation. Doch schon 1796 ent­wi­ckel­te si­ch dar­aus ei­ne eng­li­sche Luxus- und Vergnügungssteuer für Hundehalter. In Deutschland wur­de das Konzept be­reits 1783 über­nom­men. Zunächst muss­ten al­ler­dings nur Gemeinden oder ein­zel­ne Bürger be­zah­len, die si­ch da­mit von der Pflicht zur Jagd und der da­mit ver­bun­de­nen Hundehaltung be­frei­en las­sen woll­ten. Es dau­er­te ge­ra­de ein­mal gut 20 Jahre, bis die­ses Konzept wei­te­re Verbreitung fand: 1809 wur­de die Hundesteuer in Württemberg als Maßnahme ge­gen die Tollwut ein­ge­führt, 1810 er­hob Preußen ei­ne er­s­te Luxussteuer auf Tiere. Die bezog allerdings auch Katzen, Pferde, Enten und im Haus ge­hal­te­ne Vögel mit ein. Ludwig III. von Hessen und bei Rheine folg­te 1824 ebenfalls der geld­brin­gen­den Idee.

Aktuell ist die Hundesteuer als ei­ne Verbrauch- und Aufwandsteuer auf­zu­fas­sen. Die Bundesländer sind nach § 105, Absatz 2a Grundgesetz berechtigt, die Festsetzung dieser Steuer den Gemeinden vor­zuschrei­ben. Nicht al­le Bundesländer ma­chen da­von al­ler­dings Gebrauch. In Hessen bei­spiels­wei­se hat si­ch die Stadt Eschborn be­reits 1999 ge­gen ei­ne Hundesteuer ent­schie­den. Die Gemeinden wiederum können die Höhe der Steuer selbst festlegen. Auch darüber, wie viel pro Hund gezahlt werden muss und ob es eine gesonderte Hundesteuer für Listenhunde gibt, entscheidet die Kommune selbst. Befreiungen für Assistenzhunde oder nach bestandenen Prüfungen fallen ebenfalls in den Zuständigkeitsbereich der Gemeindeverwaltungen. Was die Kommune über die Hundesteuer einnimmt, ist an keinen bestimmten Verwendungszweck gebunden. Von einer Hundesteuer wird also nicht zwangsläufig etwas für Hundehalter getan.

Über die Jahre gab es im­mer wie­der Bemühungen, ge­gen die Hundesteuer zu kla­gen. Der Erfolg blieb bislang aus. Kein Wunder: Bei über 5 Millionen Hunden in deut­schen Haushalten kom­men bun­des­weit jähr­li­ch im­mer­hin et­wa 250 Millionen an Steuereinnahmen für die Gemeinden zu­sam­men.

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