Haustiere Kaninchen

Kommerzielle Kaninchenhaltung ist Tierquälerei

zwei Kaninchen

Tierschützer werden erklären, dass jede Form der kommerziellen Massentierhaltung mit Tierquälerei gleichzusetzen ist. Die Tierarten unterscheiden sich allerdings zueinander. Einige Nutztiere leiden in der Massentierhaltung, andere leiden intensiver. 

Kaninchen sind soziale Tiere, die als Fluchttiere und in einer Kaninchen-Gemeinschaft hohe Anforderungen an ihren Lebensraum stellen. Die Vegetarier brauchen Platz. Sie müssen sich bewegen und auch anderen Kaninchen aus dem Weg gehen können. Kennen die Tiere sich nicht oder sind gereizter als ihre Artgenossen, dann kommt es zu aggressiven und anhaltenden Streitereien. Unterlegene Kaninchen nehmen durch Verletzungen und dem psychischen Stress großen Schaden.

Ob es sich bereits um Massentierhaltung oder um eine kommerzielle Kaninchenhaltung mit „kleineren“ Beständen handelt – der Halter muss seinen Betrieb wirtschaftlich planen. Die Stallungen sollen billig und damit klein sein. Das Futter darf ebenfalls nicht viel kosten sowie die Fütterung schnell gehen muss. Auch das Säubern der Stallung darf nur wenig Zeitaufwand darstellen. Der kommerzielle Kaninchenhalter wird seinen Tieren wenig Platz, wenig Abwechslung und schon gar keinen Freilauf auf einer Wiese gönnen.

Zuchttiere erhalten etwas mehr Platz

Bereits in der Nachzucht müssen die Häsinnen sehr schnell möglichst viele Kaninchen auf die Welt bringen. Deswegen werden sie frühestmöglich in die Kaninchenmast gesteckt. Dort liegen die schlachtreifen Tiere aus Platzmangel schon fast übereinander. Solche Lebensbedingungen würden die Tiere nicht lange mitmachen, weswegen Zuchttieren etwas mehr Platz erhalten. Diese bekommen meistens Einzelboxen. Kaninchen sind jedoch als soziale Tiere auf Artgenossen angewiesen, um psychisch gesund zu bleiben. Doch in den kleinen Boxenställen haben die Tiere zu wenig Platz, um einander aus dem Weg zu gehen. Wenn sie ständig zusammengesetzt und wieder getrennt werden, dann ist das Stress, weswegen die Tiere einander erbittert bekämpfen würden.

Wildkaninchen lernen sich in der Gemeinschaft kennen und können Einzeltieren in freier Natur gut aus dem Weg gehen, um Konflikte zu vermeiden. Sie haben aber genug andere Kaninchen, um ihr Sozialverhalten auszuleben. Eine kommerzielle Kaninchenhaltung kann all das nicht bieten.

Gesundheitswahn fördert kommerzielle Kaninchenhaltung

In der heutigen Zeit setzen sich viele Menschen bewusst mit ihrem Leben und damit auch ihrer Ernährung auseinander. Fleisch soll mager sein und dennoch wertvolle Nährwerte enthalten. Schwein ist deswegen bei vielen gesundheitsbewussten Menschen kaum noch gefragt, mageres Geflügelfleisch hat den Vorzug. Kaninchen haben ein wenigstens so hochwertiges und mageres Fleisch, wie Hühner oder Puten. Immer häufiger greifen gesundheitsbewusste Kunden zu Kaninchenfleisch und wissen nicht, was sie den Tieren damit antun.

Sicherlich kann die kommerzielle Geflügelhaltung in den Punkten der artgerechten Tierhaltung und Tierwohl nicht glänzen. Für Kaninchen sind solche Haltungsmethoden, mit denen sie überleben und Leistung bringen, noch schlimmer in der Empfindung.

In der Massentierhaltung ist eine artgerechte Haltung der Nutztiere schon fast ausgeschlossen. In kleineren kommerziellen Betrieben ist dieses Ziel eher erreichbar, aber nur zu höheren Produktionskosten. Wer allerdings Kaninchen einigermaßen artgerecht aufziehen und dann verkaufen möchte, der hätte einen Aufwand, mit dem kaum noch einer das Kaninchenfleisch kaufen würde.

Boxenställe in privaten Gärten

Viele kennen es noch aus ihrer Kindheit oder aus Erzählungen ihrer Eltern, dass Hausbesitzer einen Kaninchenstall im Garten hatten. In kleinen Boxen werden die Kaninchen gezüchtet und aufgezogen, um sie im Herbst zu schlachten. Auch diese kleinen Boxenställe sind nicht artgerecht und eine Quälerei für die Tiere. Die Grundfläche für den Kaninchenstall und Kaninchenauslauf soll wenigstens zehn auf zehn Meter betragen. Pro adultes Tier sollte man rund drei Quadratmeter Grundfläche kalkulieren. Der Freilauf braucht zudem Strukturierung mit einer Buddelkiste, Verstecken, Ebenen, Totholz und Betonröhren. 

Das ist allerdings nur die Unterbringung. Auch die richtige Ernährung gehört zur artgerechten Kaninchenhaltung dazu. In der kommerziellen Kaninchenhaltung kriegen die Tiere häufig ausschließlich Heu und Kraftfutter. Die Ställe bleiben durchaus sauberer, als wenn frisches Gras und Gemüsereste gefüttert werden. Kaninchen wollen jedoch viel Frischfutter und zugleich unterschiedliches Frischfutter. Auch das kann ein kommerzieller Kaninchenhalter, der mit knapper Zeit auf die Kosten achtet, nicht liefern.

Kaninchen sind anspruchsvolle Haustiere

Das Kaninchenfleisch sollte also im Laden bleiben, damit weniger Landwirte auf den Gedanken kommen, eine kommerzielle Kaninchenhaltung zu betreiben. Auch wenn es viele noch so kennen, dass ein kleiner Boxenstall im Garten steht, sollte man auch darauf verzichten. Kaninchen sind anspruchsvolle und soziale Haustiere, die zusammen mit anderen Kaninchen genug Platz und selbst im Winter etwas Frischfutter benötigen. Heutige Hobbyhalter richten direkt einen ganzen Raum für die Kaninchen ein oder zäunen um den Kaninchen-Boxenstall eine Freifläche an einer geschützten Stelle im Garten ein. Die Tiere werden kastriert und nicht ständig mit neuen Kaninchen vergesellschaftet. Dann leben die kleinen Vegetarier miteinander und mit ihren Haltern zusammen und können sehr zahm und anhänglich werden.

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