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Artporträt: Der Roborowski-Zwerghamster, der weltweit kleinste Hamster

wildfarbener Roborowski Zwerghamster

Diese kleinen, putzigen Fellknäule erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Doch nur, weil der Roborowski-Zwerghamster klein ist, ist er nicht anspruchslos. Auch der weltweit kleinste Hamster hat Bedürfnisse, ist aufgeweckt und quirlig. Der Roborowski-​Zwerghamster ver­sprüht sei­nen ganz ei­ge­nen Charme. Er ist zwar kein Tier zum Anfassen, doch wer ihm ein art­ge­rech­tes, ab­wechs­lungs­rei­ches Zuhause bie­ten kann, wird mit gro­ßem Hamsterkino be­lohnt wer­den.

ein Roborowski-ZwerghamsterMit et­wa sie­ben Zentimetern Körperlänge ist der Roborowski-Zwerghamster der klein­s­te Hamster der Welt. Von Natur aus ist er sehr scheu und vor­sich­tig. Typisch für ihn sind ex­trem schnel­le Bewegungen und so­for­ti­ge Flucht bei hek­ti­schen Gesten und un­ge­wohn­ten Geräuschen – im Gegensatz zu an­de­ren Hamstern, die an­statt weg­zu­lau­fen, in ei­ne Schreckstarre fal­len kön­nen. Ein Gehege für ei­nen Roborowski-​Zwerghamster soll­te des­halb be­son­ders vie­le Versteckmöglichkeiten be­inhal­ten, so­dass der Zwerg kei­ne gro­ßen Flächen un­ge­schützt über­win­den muss. Aufgrund ih­rer ty­pi­schen Unsicherheit wol­len die meis­ten „Robos“ kei­nen Auslauf ha­ben. Die Gehegegrundfläche soll­te da­her so groß wie mög­li­ch sein. Das Minimum liegt bei einem halben Quadratmeter.

Über den Roborowski-​Zwerghamster

Die ur­sprüng­li­che Heimat der Roborowskis sind die Wüstensteppe Gobi und an­gren­zen­de Wüstengebiete Nordchinas so­wie die Mongolei. Dort be­woh­nen sie fast aus­schließ­li­ch san­di­ge Regionen, wes­halb ih­re Pfoten ver­gleichs­wei­se groß, rund­li­ch und da­zu stark be­haart sind. Das macht sie zu gu­ten Läufern im Sand, aber auch zu schlech­ten Kletterern. Im Gehege braucht der Roborowski da­her kaum Klettermöglichkeiten, da­für aber ei­nen gro­ßen Sandbereich. Mindestens ein Drittel der Fläche soll­te mit Chinchillasand be­deckt sein.

Da der Roborowski-​Zwerghamster no­ch nicht sehr lan­ge ge­zielt für die Heimtierhaltung ge­züch­tet wird, tritt als häu­figs­te Fellfärbung die Wildfarbe auf. Weitere Farbschläge sind „wild­far­ben mott­led“ (weiß ge­spren­kelt), „Weißkopf“ und sel­te­ner auch ganz weiß. Die Färbung „Weißkopf“ wird als Qualzucht an­ge­se­hen, da sie häu­fig mit der so­ge­nann­ten „Dreherkrankheit“ in Zusammenhang steht. Dabei han­delt es si­ch um ein neu­ro­lo­gi­sches Problem, bei dem sich der Hamster im­mer wie­der um si­ch selbst dreht. Verschiedene Fellvarianten wie Langhaar oder Satin tre­ten bis­her nicht in Erscheinung.

Was macht den Roborowski-Zwerghamster so beliebt?

In den 90er Jahren zo­gen die ers­ten Roborowski-​Exemplare in deut­sche Haushalte ein. Wie sehr ih­re Popularität vor al­lem in den letz­ten Jahren an­ge­stie­gen ist, zei­gen un­ter an­de­rem die Vermittlungsstatistiken der Hamsterhilfe NRW. Während im Jahr 2009 le­dig­li­ch 42 Roborowski-​Zwerghamster auf­ge­nom­men wur­den, such­ten 2012 be­reits 90 Hamster die­ser Art ein neu­es Zuhause. Innerhalb von nur vier Jahren hat si­ch die Zahl der zu ver­mit­teln­den Roborowskis dem­nach mehr als ver­dop­pelt. Dies könn­te auch dar­an lie­gen, dass die­ser Hamster im­mer häu­fi­ger in Zooläden zu fin­den ist. Deswegen wird er leider immer häufiger un­über­legt an­ge­schafft.

Außerdem wird der Roborowski-Zwerghamster oft als grup­pen­taug­li­ch an­ge­prie­sen, was ra­sch zu un­gleich­ge­schlecht­li­chen Paaren und so­mit zu Nachwuchs führt. Ob Roborowski-​Zwerghamster tat­säch­li­ch so so­zi­al sind, ist no­ch nicht end­gül­tig ge­klärt, denn in frei­er Wildbahn tre­ten so­wohl Familienverbände als auch Einzelgänger auf. Die Erfahrungsberichte zur Gruppenhaltung in der Heimtierhaltung sind eben­falls ge­mischt. Allem Anschein nach ent­wi­ckeln von Anfang an ein­zeln ge­hal­te­ne Tiere kei­ne Verhaltensstörungen.

 

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