Hamster, Mäuse, Ratten, Degus und Co.

Eignen sich Hamster als Haustiere für Kinder?

ein Hamster

Bereits Kindergarten-Kinder sind von Tieren hellauf begeistert und laufen teils kreischend auf diese zu – viele Tiere laufen ebenfalls kreischend davon. Doch einige typische Haustiere eignen sich dennoch bereits für Kleinkinder. Sind Hamster ebenfalls gute Haustiere für Kinder? 

Nachtaktive Einzelgänger mit Ansprüchen

Die kleinen Nagetiere brauchen wenig Platz, verursachen deswegen auch keine horrenden Kosten und werden nicht ganz so alt wie eine Katze. Viele Eltern werden sich also für einen Hamster entscheiden, wenn ihre Kinder ein Haustier wünschen. Doch sie tun ihren Kindern und den Hamstern keinen Gefallen. Letztere sind nämlich dämmerungs- oder nachtaktiv. Zu diesen Wachphasen der Hamster sollen die Kinder jedoch schlafen. Lässt man Hamster am Tag nicht in Ruhe, dann werden sie nicht alt. Zudem werden die kleinen Nager richtig scheu, wenn jubelnde und tobende Kinder sie ständig sehen wollen.

Für Schmusetiere sind diese kleinen Nager definitiv zu klein. Hamster lassen sich allerdings zähmen und interagieren mit Menschen. Doch für wüste Kleinkinder sind diese Haustiere einfach zu zierlich. Goldhamster wiegen 110 bis 170 Gramm, Zwerghamster sind noch leichter und auch kleiner. Meerschweinchen, Kaninchen, Katzen oder kleine Hunde wären also allein aufgrund der Größe bereits deutlich bessere Haustiere für Kleinkinder. Hamster sind also keine Haustiere für Kinder, aber für Jugendliche oder Erwachsene eignen sie sich als Beobachtungstiere.

Was macht einen artgerechten Hamsterkäfig aus?

Die älteren Jahrgänge haben vermutlich noch in Erinnerung, dass der Hamster im kleinen Käfig sein täglich Wasser und Trockenfutter erhält und ab und an in seinem Laufrad einige Runden dreht. So erging es einst den meisten Hamstern, doch das war keine artgerechte Haltung. Die Mindestmaße für einen Hamsterkäfig für Mittelhamster (Goldhamster und seine Zuchtrichtungen) liegen bei 50 x 100 x 50 cm (Breite x Länge x Höhe) und bei Zwerghamstern bei 40 x 80 x 50 cm. Diese Mindestmaße sollte der Halter jedoch bei der Grundfläche um wenigstens 50% größer ansetzen. Es geht nicht allein um die Bewegung, sondern auch darum, dass der Hamsterkäfig artgerecht eingerichtet werden kann.

Hamster gehören zu den Wühlern und wollen im Bodengrund wühlen. Deswegen soll für Zwerghamster eine wenigtens 15 cm dicke Schicht aus staubarmen Sägespänen gestampft werden, für Mittelhamster sollen es wenigstens 20 cm sein. Es kann etwas Heu in den Späneschichten verwoben werden. Diese weichen Späne aus dem Heimtierbedarf verletzen die empfindlichen Pfoten vom Hamster nicht. Anderes Einstreu könnte ungeeignet sein.

Wenn der Hamster Tunnel baut, dann können Einrichtungsgegenstände nachsacken. Diese sollte man auf Stelzen stellen oder an den Seiten oder der Decke befestigen. Da der Hamster nagt, sollen keine Metallteile wie Schrauben, Nägel oder Klammern verbaut werden. Am einfachsten bohrt man in das Holz, um passend dicke Rundhölzer rein zu stecken und vielleicht mit Holzleim zu befestigen. Auf giftige Klebstoffe wäre zu verzichten.

Welche Einrichtungsgegenstände eignen sich für Hamster?

Ein nach unten offenes Mehrkammerhaus und wenigstens ein weiteres Hamsterhaus sollen etwas aus dem Einstreu ragen. Zwei Nippeltränken können jeweils über einen Wassernapf hängen, damit keine Feuchtigkeit in die Späne gelangt. Aus ähnlichem Grund stellt man eine Hamstertoilette in einer Ecke auf. Befüllen kann man diese mit Toilettensand, der besonders saugfähig ist. Der Hamster benötigt zudem ein Sandbad, in das nur Chinchillasand gegeben werden darf, da dieser die empfindlichen Pfoten schont. Das Laufraddarf nur zur einen Seite mit Kugellager an der Halterung montiert sein, um einen Schereneffekt zu vermeiden. Der Durchmesser soll als Richtwert doppelt so groß sein, wie der Hamster lang ist. Die Lauftrommel darf keine Stäbe haben, sondern muss geschlossen sein. Es soll jedoch etwas Struktur für die Füße in der Trommel geben. Läuft der Hamster zu viel, sollte das Laufrad nur stundenweise im Hamsterkäfig stehen.

Käfigstangen für Mittelhamster sollen 8 bis 10 mm auseinander liegen. Für Zwerghamster nur 6 bis 8 mm. Hamster klettern gerne und fallen auch mal hinunter. Mit diesen Abständen passiert das seltener. Der Hamsterkäfig darf dennoch nicht zu hoch sein oder muss sich in mehrere Ebenen unterteilen.

Es braucht noch zwei Futterstellen, wobei man grobkörniges Futter in das Einstreu verteilt, damit die Hamster sich mehr bewegen. Diese bunkern auch einen Teil vom Futter.

Neben diesen Einrichtungsgegenständen können noch Hamsterbrücken, Kletterseile oder andere Elementen im Hamsterkäfig Platz finden.

Welches Futter eignet sich für Hamster?

Hamster streifen in der Dämmerung oder Nacht umher und fressen nicht nur Körner. Frische Halme oder Kräuter, Blüten, Wurzeln, Insekten und andere Nahrung schmeckt ihnen. Trockene Körner hamstern die anspruchsvollen Allesfresserfür magere Zeiten.

Jede Hamsterart hat einen etwas anderen Nährstoffbedarf. Einige Zwerghamster sind leider anfällig für Diabetes. Der Hamsterhalter soll deswegen sehr darauf achten, dass er das richtige Hamsterfutter im Fachhandel ersteht. Dieses muss frei von Zucker und Zusatzstoffen sein.

Neben diesem Fertigfutter soll immer auch etwas Obst und Gemüse oder auch etwas frisches Gras gegeben werden. Kleine Mengen reichen bereits. Zuckerhaltiges Kernobst darf nur in ganz kleinen Mengen gegeben werden. Hamster mögen auch Äste von einigen Baumarten, um daran zu nagen. Wenn im Fertigfutter nicht genug tierisches Eiweiß enthalten ist, dann können getrocknete Mehlwürmer als besonderes Leckerchen gegeben werden. Einige Hamsterhalter geben auch kleine Mengen Rinderhack oder Magerquark.

Es ist für den Hamster sehr wichtig, dass er genug Eiweiß, genug Vitamine und nicht zu viel Zucker erhält. Zudem soll er nicht zu fett werden, weswegen man grobe Körner in das Einstreu verteilt oder Ölfrüchte wie Sonnenblumenkerne reduziert.

Hamsterhaltung – kein Kinderspiel

Wer all das für die artgerechte Hamsterhaltung beachten muss, der wird verstehen, weswegen der Hamster für Kleinkinder und Kinder kein geeignetes Haustier ist. Die Eltern müssten sich um Hygiene und Fütterung kümmern oder die Kinder dazu anleiten. Doch Haustiere werden schnell langweilig, womit es wieder an den Eltern liegt, den Hamster zu pflegen. Wenn der kleine Nager dann noch überwiegend dann aktiv ist, währen die Kinder schlafen, dann ist der Hamster leider kein Haustier für Kinder.

Für Jugendliche und Erwachsene, die gerne Tiere beobachten, nicht so viel Platz haben und gerne etwas länger aufbleiben sind Hamster sehr gute Haustiere. Zu beachten bleibt, dass die Temperaturen um 20° Celsius liegen sollen, da Hamster sonst in eine Winterstarre verfallen, aber noch nicht in den Winterschlaf geraten. Das kann genau wie zu hohe Temperaturen oberhalb von 25° Celsius tödlich enden. Hamster verbringen in freier Natur den heißen Tag immerhin im kühlen Hamsterbau. In jedem Fall machen Haustiere dem Halter mehr Freude, wenn es ihnen richtig gut geht.

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