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Tipps für die Vergesellschaftung von Mongolischen Rennmäusen

zwei Rennmäuse beim Kuscheln

Sie sind quirlig, unkompliziert und vermutlich die am häufigsten gehaltenen Rennmäuse: die Mongolischen Rennmäuse. Einerseits sind sie sehr soziale Tiere und sollten stets mit einem Partner gehalten werden. Doch andererseits sind sie sehr territorial. Deswegen dulden sie keine fremden Artgenossen in ihrem Revier. Das macht die Zusammenführung von zwei Rennmäusen, die sich nicht kennen, manchmal sehr zeitintensiv. Eine Vergesellschaftung sollte daher immer durchdacht und geplant erfolgen. In diesem Artikel finden Sie Tipps, die Ihnen bei der Vergesellschaftung von Mongolischen Rennmäusen helfen. Am Ball zu bleiben lohnt sich, sieht man zwei von ihnen erst einmal zusammen in einem Gehege.

Soll ich die Mäuse sofort zusammensetzen oder erst ein Trenngitter verwenden?

Es wer­den zwei Arten von Vergesellschaftungen un­ter­schie­den: sofortiger Direktkontakt und die Trenngittermethode. Beim sofortigen Direktkontakt werden die Mäuse vorher nicht aneinander gewöhnt. Sie werden einfach direkt zusammengesetzt. Diese Methode soll­te nur von sehr er­fah­re­nen Vergesellschaftern durch­ge­führt wer­den. Denn hierbei ist es un­heim­li­ch wich­tig, das Sozialverhalten rich­tig zu deu­ten und bei Bedarf ein­grei­fen zu kön­nen. Bei erwachsenen Rennmäusen sollten Sie von die­ser Methode grundsätzlich absehen. Die Mäuse werden sich aufgrund des Geruchs als Gegner wahrnehmen und bekämpfen. Allenfalls bei Jungtieren ist ein po­si­ti­ver Ausgang ei­ner Direktvergesellschaftung mög­li­ch, da sie no­ch kei­nen sehr aus­ge­präg­ten Eigengeruch ha­ben.

Die si­che­re­re Art zu ver­ge­sell­schaf­ten ist die Trenngittermethode. Dabei wird ein Gehege durch ein Gitter in zwei Hälften ge­trennt und je­de der Mäuse be­zieht ei­ne der Seiten. In re­gel­mä­ßi­gem Abstand von ein bis zwei Tagen wer­den die Seiten ge­tauscht. Der Sinn die­ser Methode ist, die Mäuse be­reits vor dem Direktkontakt an den Geruch des je­weils an­de­ren zu ge­wöh­nen. Es gibt al­ler­dings ver­schie­de­ne Auffassungen, wie die Trenngittermethode am bes­ten durch­ge­führt wird. Im Folgenden wird sie so vor­ge­stellt, wie ich sie oft­mals er­folg­reich ein­ge­setzt ha­be.

Wie viel Platz brauchen die Tiere bei der Trenngittermethode?

Ein Diskussionspunkt ist der den Tieren zu­ste­hen­de Platz. Allgemein wird da­zu ge­ra­ten, Vergesellschaftungsgehege deut­li­ch un­ter dem Mindestmaß für die nor­ma­le Haltung von ei­nem hal­ben Quadratmeter zu be­nut­zen. Dabei steht den Tieren nur die Fläche ei­nes DIN-​A4-​Blattes oder gar no­ch we­ni­ger zur Verfügung. Auf die­sem Raum sit­zen sie für min­des­tens ei­ni­ge Tage. Für Beschäftigungsmöglichkeiten ist kaum Platz. Häufig wird von Einrichtungsgegenständen so­gar ab­ge­ra­ten. Das ge­rin­ge Platzangebot und die feh­len­de Einrichtung wer­den da­mit ge­recht­fer­tigt, dass sich die Mäuse mit­ein­an­der be­schäf­ti­gen sol­len. Sie sol­len kei­ne Möglichkeit ha­ben, si­ch vor­ein­an­der zu ver­ste­cken oder si­ch vom an­de­ren ab­zu­wen­den. Tatsächlich schei­nen er­folg­rei­che Vergesellschaftungen die­se Argumentation zu be­stär­ken. Gegenteilige Versuche mit ei­nem gro­ßen Platzangebot deut­li­ch über dem Mindestmaß und mit Versteck- so­wie Beschäftigungsmöglichkeiten zei­gen je­doch eben­falls Erfolge.

Da stellt sich die Frage: Ist es über­haupt wich­tig, dass die Mäuse per­ma­nent auf­ein­an­der­sit­zen, oh­ne si­ch auch mal ver­krie­chen zu kön­nen? Nein. Ganz im Gegenteil ist es so­gar eher för­der­li­ch, wenn sich die Tiere be­we­gen und be­schäf­ti­gen kön­nen. So können sie den Stress abbauen, dem sie durch ein frem­des Tier in ih­rer Nähe aus­ge­setzt sind. Akuter Platzmangel und die Schutzlosigkeit durch ei­nen feh­len­den Unterschlupf hingegen stres­sen die Tiere. Zudem sind Rennmäuse so­zia­le Tiere und su­chen von si­ch aus den Kontakt zum an­de­ren. Das machen sie auch, wenn die Möglichkeit zum Rückzug ge­ge­ben ist. Einrichtungsgegenstände ha­ben wäh­rend der Zusammenführung zu­sätz­li­ch den un­leug­ba­ren Vorteil, dass die Mäuse sie in­ten­siv zum Markieren nut­zen. Das gilt vor al­lem für das be­wohn­te Versteck und für Sandbäder. Beim Seitentausch kann die je­weils an­de­re Maus den Geruch so bes­ser auf­neh­men, die Gerüche ver­mi­schen si­ch schnel­ler und ein ge­mein­sa­mer Gruppengeruch kann leich­ter aus­ge­bil­det wer­den.

Wie lange sollte die Trenngitterphase dauern?

Die Dauer der Trenngitterphase ist in­di­vi­du­ell. Als Richtwert gilt: Sie soll­te min­des­tens ein paar Tage und ma­xi­mal zwei Wochen be­tra­gen. Die Seiten wer­den in die­ser Zeit et­wa al­le zwei Tage ge­wech­selt. Typisches kom­mu­ni­ka­ti­ves Verhalten am Trenngitter sind schnup­pern­de Kontakte, Klopfen mit den Hinterpfoten, das Zukneifen der Augen, mit­un­ter auch Zukehren der Breitseite und ge­sträub­tes Fell. Gemeinsames Fressen am Gitter und die Übernahme des Nestes der an­de­ren Maus nach dem Seitentausch sind gu­te Zeichen. Bei­des muss aber nicht zwangs­läu­fig ein­tre­ten. Versuchte Beißereien durch das Gitter oder dau­er­haf­tes Abkehren vom an­de­ren sind eher ne­ga­tiv zu deu­ten. Mäuse, die si­ch be­reits ken­nen und nach ei­nem Streit oder ei­nem fehl­ge­schla­ge­nen ers­ten Vergesellschaftungsversuch wie­der­ver­ge­sell­schaf­tet wer­den sol­len, zei­gen ein sol­ches Verhalten eher als Mäuse, die ein­an­der kom­plett fremd sind.

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