Hamster, Mäuse, Ratten, Degus und Co. Haustiere

Tipps für die Vergesellschaftung von Mongolischen Rennmäusen

zwei Mäuse beschnuppern sich am Trenngitter

Was passiert nach der Trenngitterphase?

Nach der Trenngitterphase dür­fen Sie die Mäuse zu­sam­men­­las­sen. Da es da­bei fast im­mer zu mehr oder we­ni­ger aus­ge­präg­ten Rangeleien kommt, müssen Sie die­sen Vorgang un­be­dingt gut be­ob­ach­ten. Für den Notfall soll­ten ein Handtuch und ein fes­ter Handschuh be­reit­lie­gen – falls sich die Mäuse ver­bei­ßen und ge­trennt wer­den müs­sen. Für den ers­ten Direktkontakt können Sie bei­spiels­wei­se ei­ne Transportbox benutzen. Die Tiere sollten einerseits den Platz ha­ben, si­ch auch ein paar Schritte von­ein­an­der zu ent­fer­nen. Andererseits sollten sie si­ch aber nicht in auf­het­zen­den Jagden ver­lie­ren kön­nen. Die stel­len­wei­se emp­foh­le­ne Badewanne ist als Zusammenführungsort un­ge­eig­net. Zum ei­nen gibt es dort zu viel Platz zum Jagen. Zum anderen finden die Mäuse auf der glat­ten Oberfläche kaum Halt.

Entgegen weit­läu­fi­ger Meinungen muss der Boden, auf dem die Mäuse zu­sam­men­tref­fen, nicht zwin­gend neu­tral sein. Bei fried­li­chen Trenngitterphasen kön­nen auch Einstreu und so­mit die Gerüche bei­der Mäuse ver­wen­det wer­den.

Wie verhalten sich die Mäuse, wenn sie aufeinander treffen?

Die Klärung der Rangordnung be­ginnt meist mit ab­war­ten­den Schnupperkontakten, bei de­nen bei­de Mäuse re­gungs­los vor­ein­an­der ver­har­ren. Darauf auf­bau­end tes­ten sie, wer der Stärkere ist, in­dem sie si­ch ge­gen­ein­an­der leh­nen und si­ch ge­gen­sei­tig weg­drü­cken. Daraus kann auch ein Im-​Kreis-​Schubsen ent­ste­hen. Das kann durch­aus sehr hek­ti­sch wer­den. Häufig wird ei­ne Maus nach un­ten ge­drückt und dort ei­nen Moment fest­ge­hal­ten. Die Rangeleien kön­nen von lau­tem Fiepsen be­glei­tet sein. Diese Streitereien wech­seln nicht sel­ten mit ru­hi­gen Phasen, in de­nen die Mäuse ein­an­der put­zen oder mit­ein­an­der ku­scheln. Höchste Vorsicht ist je­doch ge­bo­ten, wenn ei­ne Maus auf den Rücken ge­wor­fen wird. Daraus ent­ste­hen dann oft be­droh­li­che Kämpfe, in de­nen es zu erns­ten Bisswunden kom­men kann. Bildet si­ch ein sol­ches Beißknäul, sollten sie sofort eingreifen. Die Mäuse müssen getrennt werden.

Wie sich die Mäuse letztendlich ver­hal­ten, ist vor al­lem von den Charakteren ab­hän­gig. Je nach­dem, ob die Mäuse do­mi­nant oder zu­rück­hal­tend, auf­dring­li­ch oder ängst­li­ch sind, kann ei­ne Vergesellschaftung von län­ge­ren Streitereien ge­prägt sein oder auch sehr fried­li­ch ver­lau­fen. Das Geschlecht spielt da­bei kei­ne Rolle, Streitigkeiten tre­ten meist un­ab­hän­gig da­von auf.

Wie ziehen die Mäuse in ihr Gehege um?

War der er­s­te Direktkontakt er­folg­reich und die Mäuse sind über ei­nen län­ge­ren Zeitraum hin­weg fried­li­ch, kön­nen sie in das Gehege um­zie­hen. Es ist rat­sam, das Gehege zu­nächst no­ch stark zu ver­klei­nern und er­st nach und nach zu er­wei­tern. Die Einrichtung soll­ten Sie er­st all­mäh­li­ch wie­der einstellen. Ist das Platzangebot plötzlich sehr groß oder gibt es zu viele neue Eindrücke, kann das die zar­ten Bande zwi­schen den Mäusen ge­fähr­den. Gehen Sie also lieber lang­sam vor­. Treten Jagereien oder Schubsereien auf, soll­ten Sie den mo­men­ta­nen Zustand so lan­ge beibehalten, bis sich die Mäuse wie­der be­ru­higt ha­ben. Im Zweifelsfall muss der aus­schlag­ge­ben­de Schritt rück­gän­gig ge­macht und zu ei­nem spä­te­ren Zeitpunkt wie­der­holt wer­den.

Entgegen häu­fi­ger Gerüchte sind Mongolische Rennmäuse nicht be­son­ders schwer zu ver­ge­sell­schaf­ten. Der Vorgang ist nur ziem­li­ch zeit­in­ten­siv. Das Klären der Rangordnung sieht nicht sel­ten ziem­li­ch hef­tig aus. Es ge­lin­gen aber deut­li­ch mehr Versuche, als dass sie schei­tern. Selbst er­wach­se­ne Mäuse, die teil­wei­se als ver­ge­sell­schaf­tungs­un­fä­hig an­ge­prie­sen wer­den, las­sen si­ch oft pro­blem­los mit neu­en Partnermäusen zu­sam­men­füh­ren. Vergesellschaftungen mit min­des­tens ei­nem Jungtier sind in al­ler Regel sehr ein­fach und wer­den des­halb häu­fig emp­foh­len – al­ler­dings wird hier kaum er­wähnt, dass die Konstellation mit ei­nem Jungtier ein grö­ße­res Risikopotenzial birgt, als zwei adul­te Tiere. Diese klä­ren die Rangfolge in­ner­halb der ers­ten Tage und bei der Entscheidung bleibt es dann meist auch. Jungtiere kom­men nach ei­ni­gen Wochen, häu­fig mit et­wa sechs Monaten, in ei­ne Art Flegelphase, in der sie ih­re Grenzen neu aus­tes­ten. Akzeptiert die Partnermaus ei­nen Machtwechsel nicht, kann es zu hand­fes­ten Streitereien kom­men. Mitunter sind dann Maßnahmen wie ei­ne vor­rü­ber­ge­hen­de Verkleinerung der Grundfläche oder das Herausnehmen ei­ni­ger Gegenstände nö­tig. Auf kei­nen Fall soll­te ei­ne Rennmaus al­lei­ne blei­ben, weil sie als nicht ver­ge­sell­schaf­tungs­fä­hig gilt. Es gibt für je­den Topf ein Deckelchen!

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