Vögel

Luftsackmilben: Endoparasiten in den Atemwegen von Vögeln

ein Wellensittich, der mit offenem Schnabel atmet

Vögel erbringen beim Fliegen ab­so­lu­te Höchstleistungen. Da­durch haben sie ei­nen ex­trem ho­hen Sauerstoffbedarf, den es zu decken gilt. Dafür be­sit­zen sie zu­sätz­li­ch zu ih­ren Lungen so­ge­nann­te Luftsäcke, wel­che die Atmung un­ter­stüt­zen. Die Luftsäcke sind je­doch nicht nur bei Anstrengung, son­dern auch bei der nor­ma­len Atmung ak­tiv. Luftsackmilben nis­ten si­ch ge­n­au an die­ser Stelle ein, ver­meh­ren si­ch dort und brei­ten si­ch über die wei­te­ren Atemwege aus. Am le­ben­den Vogel sind sie lei­der nur sehr schwer oder gar nicht nach­zu­wei­sen. Jedoch ist bei gro­ßen Vögeln die Diagnose mit­tels ei­ner Endoskopie, die un­ter Narkose durch­ge­führt wird, mög­li­ch. Unter Umständen kön­nen die Milben bei ei­nem sehr star­ken Befall mit blo­ßem Auge an den Nasenlöchern ge­se­hen wer­den. Eine Behandlung er­folgt meis­tens auf Verdacht.

Welche Symptome zeigen sich bei einem Befall mit Luftsackmilben?

Luftsackmilben ver­ur­sa­chen star­ke Atembeschwerden, die si­ch durch ei­ne schwe­re Atmung, bei wel­cher der gan­ze Körper »pumpt«, so­wie durch Quietsch- und Knackgeräusche äu­ßern. Hinzu kom­men ein deut­li­ches Wippen mit dem Schwanz bei je­dem Atemzug und schleim­lo­ser Husten. Die Symptome tre­ten vor al­lem bei Anstrengung und abends auf, wenn der Vogel lang­sam zur Ruhe kommt. Dann wer­den die Milben ak­tiv, wan­dern die Atemwege hin­auf und ver­en­gen die Luftröhre. Der Allgemeinzustand des Vogels ist da­bei nicht auf­fäl­lig, er ist nor­mal ak­tiv, frisst, putzt si­ch und nimmt am Leben mit sei­nen Artgenossen teil. Ein ge­gen­tei­li­ges Verhalten wie ver­mehr­tes Schlafen, star­kes Aufplustern oder Apathie deu­ten eher auf ei­nen bak­te­ri­el­len Effekt oder ei­nen Pilzbefall hin.

Wie wird ein Befall mit Luftsackmilben behandelt?

Obwohl der Vogel bei ei­nem Befall zu­nächst wei­ter vi­tal ist, muss er un­be­dingt be­han­delt wer­den. Son­st füh­ren Luftsackmilben frü­her oder spä­ter zum Tod durch Ersticken. Behandelt wer­den sie durch so­ge­nann­te Spot-​Ons, ei­ne Methode, bei der ein Milbenmittel auf die Haut im Nacken ge­tröp­felt wird. Dieses wird über die Haut in den Blutkreislauf auf­ge­nom­men und in die Luftsäcke trans­por­tiert, wo es die Milben ab­tö­tet. Da bei ei­nem Spot-​On nicht al­le Milben auf ein­mal ver­nich­tet wer­den, muss die Behandlung mehr­mals wie­der­holt wer­den.

Sind Luftsackmilben ansteckend?

Luftsackmilben sind sehr an­ste­ckend. Sie wer­den durch di­rek­ten Kontakt, über die Luft (beim Aushusten) und das Trinkwasser über­tra­gen. Es ist da­her sinn­voll, auch al­le Artgenossen des be­trof­fe­nen Vogels zu be­han­deln. Die Inkubationszeit, der Zeitraum von der Ansteckung bis zu den ers­ten Symptomen, kann meh­re­re Monate be­tra­gen, so­dass ei­ne Beschwerdefreiheit der an­de­ren Vögeln kein Beweis da­für ist, dass sie si­ch no­ch nicht an­ge­steckt ha­ben. Die ver­wen­de­ten Medikamente ha­ben rich­tig ein­ge­setzt kei­ne ne­ga­ti­ven Auswirkungen auf ge­sun­de Vögel, den­no­ch soll­te die Behandlung nur bei ei­nem be­grün­de­ten Verdacht und durch die Anordnung ei­nes vo­gel­kun­di­gen Tierarztes er­fol­gen.

Weitere zu er­grei­fen­de Maßnahmen sind ei­ne ge­stei­ger­te Hygiene durch das täg­li­che Ausspülen der Wassernäpfe mit hei­ßem Wasser und an­schlie­ßen­dem, min­des­tens 24-​stündigem Abtrocknen. Zu die­sem Zweck soll­ten meh­re­re Näpfe zur Verfügung ste­hen, wel­che idea­ler­wei­se aus Edelstahl be­stehen, da si­ch die­ses leich­ter rei­ni­gen lässt als Plastik. Luftsackmilben sind nur für Vögel ge­fähr­li­ch, Menschen und an­de­re Tiere kön­nen si­ch nicht an­ste­cken.

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