Nutztiere

exotische Nutztiere

Trampeltiere als Nutztiere

Ändere Länder, an­de­re Sitten, an­de­re Nutztiere. Was bei uns exo­ti­sch und meist nur im Zoo zu be­wun­dern ist, ist in an­de­ren Ländern ein Nutztier. Dazu zäh­len bei­spiels­wei­se Kamele. Die zwei­hö­ck­ri­gen Trampeltiere le­ben in Asien, ih­re ein­hö­ck­ri­gen Verwandten – die Dromedare – in Nordafrika und Arabien. In Südamerika ha­ben die Paarhufer mit Lama und Alpaka ei­ni­ge hö­cker­lo­se Verwandte. Als Wildtiere sind be­son­ders die Trampeltiere kaum no­ch an­zu­tref­fen. Von ih­nen exis­tie­ren nur no­ch et­wa 1 000 in ab­ge­le­ge­nen Gebieten Chinas und der Mongolei. Wir ken­nen die ge­müt­li­chen Lasttiere heut­zu­ta­ge eher als exo­ti­sche Reittiere, mit de­nen wir im Urlaub Wüstengebiete durch­que­ren. Dabei sind sie we­sent­li­ch viel­sei­ti­ger: Kamele lie­fern so­wohl Milch als auch Fleisch und Wolle. Sie kön­nen bei ho­hen Temperaturen und Dürre lan­ge Strecken zu­rück­le­gen und da­bei Mensch so­wie Last trans­por­tie­ren. Deswegen wer­den heut­zu­ta­ge et­wa 4,5 Millionen von ih­nen als Haus- und Nutztier in Asien ge­hal­ten.

Kleine Nutztiere, große Wirkung

Sie sind ständig um uns, doch vergessen wir gerne, dass auch sie dem Menschen nutzen: Bienen. Die Imkerei wird heut­zu­ta­ge nicht nur als Hobby, son­dern auch als Beruf aus­ge­übt. Bei ei­nem Bestand von bis zu 30 Bienenvölkern gilt die Haltung als Hobby, bei bis zu 150 Völkern als Nebenerwerb. Ab ei­nem Bestand von 150 Völkern wird die Imkerei als Haupterwerb an­ge­se­hen. Haupterwerbsimker sind in Deutschland allerdings selten.

Gehalten werden die Bienen in sogenannten Bienenkästen. Sie ermöglichen den Tieren je­der­zeit ei­nen frei­en Flug. Darin enthalten sind meh­re­re Wabenrahmen. Von die­sen wer­den Honig, Wachs und Propolis ge­won­nen. Darüber hin­aus kommt den Bienen in­zwi­schen ei­ne no­ch viel wich­ti­ge­re Aufgabe zu: die Bestäubung. Zu diesem Zweck werden Bienenkästen ge­zielt in der Nähe von land­wirt­schaft­li­cher Anbaufläche plat­ziert, um ei­ne hö­he­re Bestäubungsleistung und da­mit ei­ne grö­ße­re Ernte zu er­hal­ten.

Die Zucht der Bienen wird fast aus­schließ­li­ch von Großbetrieben und ge­lern­ten Imkern durch­ge­führt. Da si­ch die Königinnen im frei­en Flug paa­ren, ge­stal­tet si­ch ei­ne ge­ziel­te Auslese eher schwie­rig. Eine Möglichkeit der Einflussnahme sind so­ge­nann­te Belegstellen. Dort wer­den klei­ne Völker mit je ei­ner Königin so­wie Vatervölker mit ei­ner ho­hen Anzahl aus­ge­such­ter Drohnen plat­ziert, so­dass die Königin mit ho­her Wahrscheinlichkeit ei­ne die­ser Drohnen aus­wählt. Für den Erfolg ist al­ler­dings wich­tig, dass es in grö­ße­rem Umkreis kei­ne an­de­ren Bienenvölker gibt, wes­we­gen Belegstellen mit gro­ßem Aufwand ver­bun­den sind.

Eines der ältesten Nutztiere ist der Esel

In un­se­ren Breitengraden in­zwi­schen fast schon aus der Mode ge­kom­men ist der Esel. Der Hausesel (Equus asi­nus asi­nus) ist ei­nes der äl­tes­ten Nutztiere und no­ch heu­te auf der gan­zen Welt ver­brei­tet. Seinen Ursprung hat er als Wildtier in der afri­ka­ni­schen Steppe. Die Domestikation be­gann ver­mut­li­ch im Alten Ägypten, wo er schon vor vier- bis fünf­tau­send Jahren als Nutztier ge­hal­ten wur­de. Die al­ten Römer und Griechen wuss­ten um sei­ne ho­he Belastbarkeit und nutz­ten ihn vor­wie­gend als Lasttier. In Deutschland wird der Esel heut­zu­ta­ge meist als Liebhabertier auf der Koppel ge­hal­ten. In Ländern wie der Türkei wer­den die Pferdeartigen aber no­ch heu­te als Last- und Reittiere ge­nutzt, ent­we­der in der Landwirtschaft oder im Tourismus. Dabei kann der Esel no­ch viel mehr: Er kann ein nütz­li­ches Weidetier für Trockenwiesen sein, in der Hippotherapie ein­ge­setzt wer­den und so­gar als Beschützer von Schafherden die­nen.

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