Nutztiere

Gartenhühner – Restevertilger, Eierleger, zähmbare und nützliche Haustiere für den Garten

Hühner im eigenen Garten

Hühner sind nicht allein nützliche Eierleger, die gerne auch Reste aus Garten und Küche vertilgen. Das Federvieh kann mit etwas Fürsorge richtig zahm werden. Wer sich bereits um die Jungvögel gut kümmert, dem hopsen die Hühner auch mal auf den Schoß. Doch auch ansonsten kommen die meisten Haushuhnrassen nach einer Eingewöhnung direkt angerannt, wenn es Futter gibt.

Leider macht die kommerzielle Hühnerhaltung immer wieder negative Schlagzeilen. Die Tiere haben zu wenig Platz, werden schlecht behandelt, haben Salmonellen oder es werden verbotene Insektenbekämpfungsmittel gegen Schädlinge eingesetzt. Selbst Bio-Betriebe geraten gelegentlich in die Schlagzeilen, da sie für die Rendite etwas schummeln. Wer sich mit gängigen Haltungspraktiken für Legehühner auseinander setzt, der kauft vielleicht das ein oder andere Ei weniger? Oder aber es werden einige Legehühner erworben, nachdem ein mobiler Hühnerstall gekauft oder ein Nebengebäude umgebaut wurde. Wer ohnehin einen Garten bewirtschaftet und in der Küche geeignete Reste aussortiert, der braucht nicht mehr ganz so viel Legemehl kaufen, um sich dank der eigenen Hühner über frische Eier zu freuen.

Hühnerstall und Hühnerfreilauf

Wer abgelegen wohnt und Füchse, Marder oder Greifvögel nicht fürchtet, der kann seine Hühner frei laufen lassen. Am Abend kriegen die Vögel ein paar Körner, schon kommen sie von alleine zum Stall. Über Nacht werden sie zu ihrer Sicherheit eingesperrt, in den Morgenstunden legen sie einige Eier und suchen über Tag nach Futter. Wer hingegen einen Hühnerauslauf einzäunt, der soll direkt eine Hühnerrasse wählen, die flugfaul ist. Dann reichen ein paar Pfosten, um ein Maschennetz mit einer Höhe von 1,20 Metern daran zu spannen und nach unten zu sichern. Einige Rassen könnten auch über 2,5 Meter hohe Zäune flattern.

Im Hühnerfreilauf soll es einige Sträucher oder Bäume geben, damit die Hühner Deckung haben. Eine Wiese ist gut, da Hühner gerne frisches Gras fressen. Zudem sollte es irgendwo eine trockene Stelle geben, damit die Tiere sich ein Sandbad einrichten können. Dieses hilft ihnen bei der Körperhygiene. Außerdem muss es den ganzen Tag über frisches Wasser geben.

Frische Reste aus Garten und Küche können einfach über den Zaun fliegen oder auch in einen Trog gegeben werden, um Reste besser wieder entfernen zu können.

Ein Hühnerstall braucht gut erreichbare Legenester, damit man die Eier schnell einkassieren kann. Zudem brauchen die Tiere einen Scharrraum mit Einstreu. Zu einer Seite soll es Sitzstangen geben. Unter diesen kommt ein Kotbunker oder ein Kotbrett, um den Unrat aufzufangen. Zum guten Schluss braucht es noch eine Stelle, an der die Tiere ihr Legemehl und frisches Wasser erhalten.

Damit es weniger Ungeziefer gibt, soll es möglichst wenig Ritzen geben. Es gibt aber auch Hausmittel. Hanfeinstreu oder getrocknetes Walnusslaub im Einstreu können Milben in Schach halten.

Die Fütterung der Hühner

Im Winter oder im kleinen Auslauf sind Legehühner komplett auf ihre Halter angewiesen. Haushühner sind Allesfresser. Damit es ihnen gut geht, muss ihr Speiseplan abwechslungsreich sein. Grashalme, Kräuter, Gemüsereste, Obstreste, Würmer, Insekten, Schnecken und Körner gehören zum Täglich Brot. Frische Brotreste oder eingeweichtes trockenes Brot vertilgen die Hühner ebenfalls gerne. Doch auf ungekochte Kartoffeln, gewürzte Lebensmittel, Süßigkeiten oder auch Giftpflanzen soll verzichtet werden.

Wer seinen Rasen mäht, der kann etwas vom frischen Rasenschnitt, der noch nicht im Innern warm wurde, über den Zaun werfen. Auch Reste oder einige Unkräuter können über den Zaun fliegen. Selbst angefaultes Fallobst oder Beeren werden direkt gefressen. Am liebsten haben Hühner einen Komposthaufen, in dem sie nach Würmern scharren.

Doch eines soll der Halter bedenken: Legehühner, die bis 200 Eier im Jahr legen, haben einen hohen Nährstoffbedarf. Fleißige Legehühner brauchen einen erhöhten Anteil an Rohproteine, Kalzium und Vitaminen. Zudem ist etwas Lysin im Futter sehr wichtig. Diese essenzielle Aminosäure ermöglicht ein reibungsloses Eierlegen.

Damit die Legehühner mit genug Energie und Kalzium versorgt sind, brauchen sie also selbst im Sommer etwas Legemehl oder Muschelgrit, im kühlen Winter oder im kleinen Auslauf etwas mehr. Normale Legerassenwiegen mit den Hühnern 2 bis 3 kg und benötigen täglich etwas über 100 Gramm Futter, wenn sie sonst nichts finden. Am einfachsten ist es, für die Legesaison ein gutes Legemehl und ein paar Körner aus dem Handel zu verwenden. Um die Futterkosten zu begrenzen bleibt es sinnvoll, Reste aus Garten und Küche zu verfüttern. Das finden auch die Hühner viel besser.

Zu beachten bleibt, dass Legehennen, die zu fett werden, schlechter legen. Wer eine Hühnerrasse wählt, die schnell verfettet, der soll das Legemehl etwas reduzieren und ein paar Körner in das Einstreu oder bei trockenem Wetter in den Freilauf werfen. Dann müssen die Tiere sich richtig bewegen und bleiben schlanker.

Wissenswertes zu Hühnern

  • vier Legehennen auf einen Hahn sind eine gute Kombination
  • Hähne können sich erbittert bekämpfen, wenn sie wenig Hennen und Platz haben
  • zusammen aufgewachsene Hähne verstehen sich meist besser
  • einige Legerassen haben weniger aggressive Hähne
  • alle Hähne werden krähen und damit vielleicht die Nachbarn verärgern
  • Hühner können auch ohne Hähne gehalten werden
  • Legehennen legen häufig nur die ersten zwei Jahre gut
  • schwere Hühnerrassen fressen auf das Eigewicht mehr Futter
  • Zwerghühner legen nicht nur kleinere Eier, sondern auch weniger
  • neben den Legerassen gibt es weitere Hühnerrassen, die generell weniger legen
  • einige Rassen legen als Winterleger selbst im Winter
  • gute Legerassen werden kaum noch brütig
  • brütende Hennen müssen zur Kükenaufzucht von den anderen Hühnern getrennt werden
  • Küken müssen zuerst geschont und mit Kükenstarter gefüttert werden
  • Hühner können eigentlich nicht fliegen, sondern nur flattern
  • Seidenhühner oder Strupphühner können gar nicht mehr fliegen
  • Seidenhühner werden häufig als Leihhennen für die Brut verwendet
  • mit der warmen Jahreszeit haben Parasiten leider Hochkonjunktur
  • Haushühner sind ihren Ahnen sehr ähnlich und haben noch starke Instinkte
  • Hühner haben zudem ein ausgeprägtes Sozialverhalten mit einer Rangordnung

Hinterlassen Sie einen Kommentar