Nutztiere

Hätten Sie es gewusst? Sechs Fakten über Nutztiere

eine Kuh die in die Kamera schaut

Nutztiere sind allgegenwärtig. Selbst wenn wir sie nicht sehen, profitieren wir doch von dem, was sie liefern. Sei es Milch, Fleisch, Wolle, Honig oder der soziale Kontakt zu ihnen. Wir haben uns deswegen mal ein paar interessante Fakten über Nutztiere herausgesucht, die wir in diesem Artikel behandeln.

Was versteht man unter Domestikation?

Wenn es um Nutztierhaltung geht, ist der Begriff der Domestikation von entscheidender Bedeutung. Denn die Domestikation sorgt dafür, dass Nutztiere unseren menschlichen Bedürfnissen entsprechen. Sie beschreibt also das Formen von Tier- oder Pflanzenarten nach menschlichen Vorstellungen und Bedürfnissen. Das geschieht über Generationen hinweg. Wirtschaftliche und/oder soziale Motive können dabei eine Rolle spielen. In der Praxis heißt das, dass Menschen Tiere oder Pflanzen selektiv vermehren. In der Hundezucht werden beispielsweise nur jene Tiere miteinander verpaart, die die Eigenschaften mit sich bringen, die von einer Rasse erwartet werden. Bei Nutztieren geht es eher um Milchproduktion, die Zahl gelegter Eier im Jahr oder die Widerstandsfähigkeit gegen bestimmte Krankheiten. Ein zusätzlicher Effekt ist, dass die Tiere gezähmt werden. Immerhin halten sie sich in unmittelbarer Nähe zum Menschen auf und haben häufig Kontakt zu ihm.

Welches ist das älteste Nutztier?

Menschen aller Kulturen züchten und domestizieren Nutztiere. Überall werden sie gebraucht. Da wundert es nicht, dass die Geschichte der Nutztierhaltung Jahrtausende zurück reicht. Viele glauben, das älteste Nutztier sei das Schaf. Vermutlich vor rund 10.000 Jahren wurden Schafe in Anatolien domestiziert und das erste Mal gezüchtet. Sie waren den Menschen auf viele Arten von Nutzen. Schafe lieferten Milch, Fleisch und Wolle. Doch die ersten Nutztiere waren sie wohl nicht. Diesen Titel trägt viel eher der Hund. Früher ging man davon aus, dass er vor etwa 14.000 Jahren in Ostasien domestiziert wurde. Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass die Entwicklung vom Hund zum besten Freund des Menschen bereits vor über 30.000 Jahren in Europa begann. Dort sowie in Sibirien konnten hundeartige Fossilien in menschlichen Gräbern gefunden werden.

Sind alle Nutztiere domestiziert?

Nein, nicht alle Nutztiere ließen sich domestizieren. Bei manchen ist ihre Haltung so anspruchsvoll, dass es sich für den Menschen einfach nicht lohnt. Ein Beispiel ist der Arbeitselefant in Indien. Elefanten sind fast zwei Jahre trächtig. Sie fallen fast fünf Jahre für die Arbeit aus, weil sie ihren Nachwuchs großziehen. Hinzu kommt, dass Muttertiere sehr aggressiv werden können, wenn es um ihre Jungen geht. In dieser Zeit stellen sie daher eine Gefahr für den Menschen dar. Das macht die Elefantenzucht nicht gerade lohnenswert. Deswegen beschaffen sich die Menschen ihre Elefanten anders. Mithilfe von bereits zahmen Elefanten fangen sie wilde Exemplare ein. Anschließend werden sie abgerichtet. Arbeitselefanten sind also Nutztiere, deren genetische Entwicklung kaum vom Menschen beeinflusst wird.

Tiere halten sich ebenfalls Nutztiere

Menschen sind nicht die einzigen, die den Nutzen mancher Tiere für sich erkannt haben. Ameisen beispielsweise halten sich Blattläuse. Wieso? Um sie zu melden. Denn Blattläuse saugen Wasser und Zucker aus den Pflanzen, um aus ihren Säften ausreichend Aminosäuren aufnehmen zu können. Wasser und Zucker geben sie als Honigtau wieder ab. Und genau den lieben die Ameisen als Nahrung. Für die Blattläuse hat das auch einen Vorteil: Die Ameisen verteidigen sie im Gegenzug gegen Fressfeinde. Doch nicht nur das Beschützen deutet darauf hin, dass sich die Ameisen aktiv um ihre Nutztiere kümmern. Sie verhindern auch, dass sich die Blattläuse aus dem Staub machen. Sie sind nichts anderes als für uns Menschen unsere Milchkühe. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als auf den „Weiden“ zu bleiben und sich von den Ameisen melken zu lassen.

Mehr als nur ein Nutzen

Milch, Fleisch, Pflüge ziehen – Nutztiere dienen nicht unbedingt nur einem Zweck. Rinder können echte Allrounder unter den Nutztieren sein. In unseren Breitengraden dienen sie meistens der Fleisch- und Milchproduktion. Rinder, auf die beides zutrifft, nennt man auch 2-Nutzungsrinder. Eine bekannte Rasse dieser Kategorie ist das Koberind. Darüber hinaus gibt es noch das 3-Nutzungsrind. Es liefert Fleisch und Milch und bringt außerdem eine beachtliche Körperkraft mit. Es kann Pflüge oder Wagen ziehen oder dabei helfen, schwere Lasten zu versetzen. Ein Beispiel für diese Kategorie ist das Rote Höhenvieh, eine vom Aussterben bedrohte Rinderrasse.

Bienen – die kleinsten unter den Nutztieren

Sie sind klein, aber in ihnen steckt so einiges: Die Rede ist von Bienen, den kleinsten unter den Nutztieren. Über 25.000 Tonnen Honig produzieren sie jährlich für uns. Tagtäglich sind sie dafür auf Nektarsuche unterwegs. Und sogar damit nutzen sie dem Menschen. Bis zu 30 Flüge unternimmt eine Biene pro Tag. Pro Flug bestäubt sie bis zu 300 Blüten. Etwa 84 Prozent unserer Obstbäume und Sträucher bestäuben Bienen auf diese Weise. Damit liefern uns die Bienen Honig und Obst und versorgen unsere Tiere auf der Weide mit Gras.

Der Mensch hat aber noch einen anderen Nutzen in der Biene erkannt. Die Insekten haben einen äußerst feinen Geruchssinn. Deswegen werden sie immer häufiger zum Aufspüren von Minen ausgebildet. Dafür werden sie mit Zuckerwasser und Spuren von TNT gefüttert. Nach und nach halten sie den Sprengstoff dadurch für Nahrung. Also suchen sie gezielt danach – und damit nach Minen. Dank ihres geringen Gewichts lösen sie die Mine – anders als Hunde oder manchmal sogar Ratten – beim Aufspüren auch nicht selbst aus.

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