Nutztiere

Märchen der Eselhaltung

eine Gruppe von Eseln

Hausesel (Equus asinus asinus) sind weltweit zu finden. Oft stehen sie mit anderen Tieren in einer Herde, denn Esel sind talentierte Herdenschützer. Die liebenswerten, intelligenten Langohren verdienen es, als eigene Tierart mit eigenen Bedürfnissen gesehen zu werden. Deswegen räumen wir in diesem Artikel mit vier Irrtümern über Esel auf.

Esel brauchen keine Artgenossen

Esel spie­len in vie­len Geschichten und Märchen ei­ne gro­ße Rolle. So stand zum Beispiel bei der Geburt Jesus Christus ein Esel an der Krippe und oh­ne den Esel wä­ren die Bremer Stadtmusikanten nicht voll­zäh­lig. In die­sen Erzählungen ist je­doch nur von ei­nem Esel die Rede – da­bei sind Esel kei­ne Einzelgänger! Ihre wil­den Verwandten le­ben in lo­cke­ren Kleingruppen zu­sam­men, mit­un­ter kön­nen si­ch zwi­schen Eseln rich­ti­ge Freundschaften bil­den. So aus­ge­präg­te Herdentiere wie Pferde sind sie al­ler­dings nicht.

Esel sind Pferde mit langen Ohren

Häufig wird der Esel als Pferd mit lan­gen Ohren ab­ge­tan, im­mer­hin äh­nelt si­ch der Körperbau der bei­den Arten. Auch ih­re Aufgabengebiete über­schnei­den si­ch teil­wei­se, so wer­den bei­de bei­spiels­wei­se als Reit-, Last- und Zugtier ver­wen­det. Doch tat­säch­li­ch un­ter­schei­det si­ch der Esel in vie­ler­lei Hinsicht er­heb­li­ch vom Pferd. Er stammt aus kar­gen Gebieten Afrikas, wo er nur spär­li­che Nahrung fin­det. Die fet­ten Weiden un­se­rer Pferde stel­len für ihn ein viel zu üp­pi­ges Nahrungsangebot dar, das ihn dau­er­haft ver­fet­ten lässt. Zudem braucht er in sei­nen Breiten kein Unterfell und kein was­ser­ab­wei­sen­des Deckfell. Im Gegensatz zu un­se­ren Pferden ist für un­se­ren Hausesel bei schlech­tem Wetter da­her ein Auslauf im Trockenen wich­tig. Durch sei­ne klei­ne­ren, elas­ti­sche­ren Hufe ist der Esel tritt­si­che­rer und eig­net si­ch – dank sei­ner Furchtlosigkeit vor Höhen – im Unterschied zum Pferd gut für Touren durch ber­gi­ge Gebiete. Nicht zu­letzt gibt es vie­le Abweichungen im Verhalten, zum Beispiel das völ­lig ge­gen­sätz­li­che Fluchtverhalten.

Esel sind Sturköpfe

Sturheit – kaum ei­nem Tier wird die­se Eigenschaft so zu­ge­schrie­ben wie dem Esel. Tatsächlich ist es mit­un­ter schwie­rig, ei­nen Esel zum Weitergehen zu be­we­gen, wenn er si­ch plötz­li­ch wei­gert. Solchen Fällen liegt aber kei­ne Faulheit, son­dern das Fluchtverhalten des Esels zu­grun­de. Im Gegensatz zu Pferden, die bei Gefahr Hals über Kopf da­von ren­nen, bleibt der Esel zu­nächst ste­hen und ana­ly­siert die Lage. Denn in den un­ebe­nen und stei­ni­gen Gebieten sei­ner Heimat ist es nicht so ein­fach, kopf­los da­von­zu­stür­men, zu­mal ein Esel nicht so schnell ist wie ein Pferd. Außerdem re­agie­ren Räuber vor al­lem auf Bewegungen. Hält der Esel ein­fach still, kann er ei­ne kräf­te­zeh­ren­de Flucht mit­un­ter viel­leicht so­gar ver­hin­dern.

Esel sind geborene Lasttiere

Die Hauptaufgabe des Esels ist es, Lasten zu trans­por­tie­ren. Vor al­lem in sei­nen Ursprungsländern ist er auch heu­te no­ch das Haupttransportmittel, egal ob für Menschen oder Waren. In Wirklichkeit ist der Esel aber gar kein Lastenträger, son­dern lei­det enorm un­ter zu ho­hen Gewichten auf sei­nem Rücken. Da er kei­nen Schmerzenslaut be­sitzt, fal­len sei­ne stumm er­lit­te­nen Qualen oft nicht auf und er wird als Packtier miss­braucht. Wird ein Esel sein Leben lang mit zu schwe­rem Gepäck be­la­den, er­reicht er in der Regel nicht mal an­nä­hernd die mög­li­che Lebenserwartung von cir­ca 50 Jahren, son­dern ver­stirbt mit­un­ter schon vor sei­nem zehn­ten Lebensjahr.

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