Nutztiere

Nutztierhaltung in der Praxis: Schweine

ein Schwein

Bei Schweinen sind die Haltungsvorschriften leider ähnlich unzureichend wie bei Kälbern. Es ist lediglich in der Tierschutz-​Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) festgelegt, dass die Tiere in ihrem Stall und ihren Boxen stehen und liegen können müssen. Sichtkontakt zu Artgenossen ist ebenfalls vorgeschrieben. Außerdem dürfen die Schweine nicht mehr als ver­meid­bar mit ih­ren Hinterlassenschaften in Kontakt kom­men.

Bei Schweinen ist so­wohl Gruppenhaltung als auch Einzelhaltung er­laubt. In Großbetrieben wer­den die Tiere da­her meist ein­zeln und in klei­nen Stallboxen ge­hal­ten. Da Schweine soziale Tiere sind, die bevorzugt in Rudeln leben, kommt es dadurch leider oft zu Verhaltensauffälligkeiten. Artgerechter wären stabile Stallgruppen mit zehn bis maximal 20 Tieren. Erst wenn die Sauen kurz vor dem Abferkeln sind, müssen sie von ihren Artgenossen getrennt werden. Sonst würden sie sehr aggressiv ihren Nachwuchs gegen die anderen Schweine verteidigen.

Außerdem brauchen Schweine die Gelegenheit, sich Nester zu bauen, bevorzugt aus Stroh. Neben diesem Liegebereich sollten ein Fress-, ein Kot- und ein Aktivbereich zur Verfügung stehen.

Außenbereiche für Schweine

Die reine Stallhaltung ist auch für Schweine nicht artgerecht. An ihrem Stall angeschlossen sollte ihnen zumindest ein Auslauf zur Verfügung stehen. Zusätzlicher Weidegang für einige Stunden am Tag wäre wünschenswert. Außerdem macht eines jedem Schwein besondere Freude: eine richtige Suhle. Hier können die Tiere ausgiebig im Schlamm baden. An speziellen Scheuervorrichtungen können sich die Schweine anschließend wieder von dem getrockneten Schlamm befreien.

 

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