Nutztiere

Was sind Nutztiere?

ein schlafendes Schwein

Nutztiere – ein Begriff, den wir oft hören und selbst auch gebrauchen. Doch wie ist der eigentlich definiert? Was ist ein Nutztier, im Sprachgebrauch und im Gesetz? Zumindest die letzte Frage ist recht einfach beantwortet: Die Tierschutz-​Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) gibt die Bedingungen für die Nutztierhaltung vor. Sie gilt jedoch nur für Kälber, Schweine, Mast- und Legehennen, Kaninchen so­wie Pelztiere. Dabei gibt es noch viel mehr Tiere, die wir direkt mit „Nutzen“ assoziieren, beispielsweise Ziegen und Schafe. Für sie exis­tie­ren allerdings kei­ne ge­son­der­ten Vorschriften. Hier sind al­le Haltungsformen, die nicht mit den all­ge­mei­nen Bestimmungen der TierSchNutztV oder dem Tierschutzgesetz in Konflikt ste­hen, mög­li­ch. Also welche Tiere sind nun Nutztiere?

Was ist der Unterschied zwischen Nutztieren, Haustieren und Heimtieren?

Die Wortzusammensetzung gibt bereits die erste Definition der Bezeichnung Nutztier: Ein Tier, meist do­mes­ti­zier­t und für die­sen Zweck ge­züch­te­t, das seinem Halter einen wirtschaftlichen Nutzen bringt. Diese Wirtschaftlichkeit steht absolut im Vordergrund. Damit ist auch der Unterschied zu Haustieren definiert: Sie werden aus reiner Liebhaberei gehalten. Die Grenzen sind jedoch fließend. Der Begriff Haustiere meint al­le Tierarten, die do­mes­ti­ziert wur­den – sei es bei­spiels­wei­se we­gen ih­res pracht­vol­len Gefieders oder als Sozialpartner des Menschen. Dies schließt die Nutztiere mit ein. Unter Heimtieren sind al­le Tierarten zu ver­ste­hen, die mit dem Menschen un­ter ei­nem Dach le­ben. Darunter fal­len ei­ner­seits do­mes­ti­zier­te Tiere wie Hunde und Katzen, an­de­rer­seits aber auch nicht do­mes­ti­zier­te Spezies wie Vogelspinnen oder Schlangen.

Manche Tiere kön­nen al­len drei Kategorien zu­ge­ord­net wer­den, zum Beispiel der Schlittenhund. Er ist ein do­mes­ti­zier­tes Tier und so­mit ein Haustier. Er ist in nörd­li­chen Regionen ein ver­läss­li­ches Zugtier und so­mit ein Nutztier. Außerdem er ist ein Begleiter, der oft­mals das Haus mit sei­nem Herren teilt, sprich ein Heimtier.

Aufgrund der gro­ßen Nutztiervielfalt wird hin und wie­der ei­ne Trennung in land­wirt­schaft­li­che und nicht land­wirt­schaft­li­che Nutztiere vor­ge­schla­gen. Zu den land­wirt­schaft­li­chen Nutztieren wür­den un­ter an­de­rem fleischlie­fern­de Tiere wie Schweine, woll­lie­fern­de Tiere wie Schafe so­wie Lasttiere wie Esel zäh­len. Nicht land­wirt­schaft­li­che Nutztiere wä­ren bei­spiels­wei­se Blindenhunde, Therapiepferde oder auch Katzen, die als Mäusefänger ge­hal­ten wer­den. Ob Tiere wie Laborratten un­ter die Definition der Nutztiere fal­len, ist strit­tig. Einerseits wer­den sie zum Nutzen des Menschen ge­hal­ten, an­de­rer­seits lässt si­ch ih­re Wirtschaftlichkeit nur schwer auf­rech­nen.

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