tierart-übergreifend

Allergien bei Tieren

eine Katze auf der Pirsch

Die Zahl an Allergien bei Haustieren steigt ste­tig. Verschiedene Quellen ge­ben an, dass et­wa fünf Prozent al­ler Haustiere und zehn bis zwan­zig Prozent al­ler Hunde und Katzen be­trof­fen sei­en. Jeder vier­te Hund kommt mit Hautproblemen un­be­kann­ter Ursache zum Tierarzt – ei­nes der häu­figs­ten Symptome ei­ner Allergie. Zu Juckreiz und Rötungen kom­men meist Magen-​Darm-​Probleme und Ohrentzündungen hin­zu. Je­der kör­per­frem­de Stoff kann eine Allergie aus­lö­sen.

Beim Menschen ver­lau­fen die meis­ten Allergien ähn­li­ch. Typische Heuschnupfen-Symptome wie ver­stopf­te Nase, Nies- und Hustenanfälle sind bei Tieren allerdings sel­ten.

Wie entsteht eine Allergie?

Allergieauslösende Stoffe wer­den un­ter dem Begriff „Allergene“ zu­sam­men­ge­fasst. Sie werden den Antigenen zugeordnet. Das sind Stoffe, die si­ch an Antikörper bin­den kön­nen. Allergene ge­lan­gen über Futter, Atemwege oder bei Hautkontakt in den Körper. Dort lö­sen sie ei­ne fehl­ge­lei­te­te Überreaktion des Immunsystems aus. Allerdings nur dann, wenn zwei Voraussetzungen gegeben sind. Erstens: Es gab bereits einen Erstkontakt mit dem aus­lö­sen­den Stoff. Meist tritt hier kei­ne Reaktion auf. Zweitens: Das Immunsystem ist bereits geschwächt.

Allergien tre­ten häu­fig er­st im Laufe der ers­ten Lebensjahre auf, nach­dem der Erstkontakt er­folgt ist und ei­ne Sensibilisierung statt­fand. Aus die­sem Grund sind Allergietests beim Hund er­st ab einem Alter von et­wa drei Jahren zu­ver­läs­sig.

Welche Formen von Allergien gibt es?

Meist werden vier Allergietypen unterschieden: I, II, III und IV. Für die typischen Allergien gegen Gräser oder Lebensmittel sind lediglich Typ I und Typ IV von Bedeutung.

  • Typ I: Soforttyp. Die Symptome treten di­rekt nach dem Kontakt mit dem Allergieauslöser auf. An der Reaktion beteiligt ist das Immunglobulin E. Dieser Antikörper dient ei­gent­li­ch der Parasitenabwehr. Wenn er si­ch aber stark ver­mehrt und an Mastzellen (Abwehrzellen des Körpers) bin­det, kann es zur all­er­gi­schen Reaktion kom­men. Die Mastzellen schüt­ten in die­sem Zustand Botenstoffe wie Histamin aus, wel­che in Haut und Darm ge­spei­chert wer­den. Dort rufen sie eine Reaktion in Form von Juckreiz, Rötungen oder Darmverstimmungen her­vor­. Beispiele hierfür sind ei­ne Flohbissallergie, ei­ne Futtermittelallergie oder ei­ne Medikamentenunverträglichkeit.
  • Typ IV: Spättyp. Hier treten die Symptome verspätet auf, manchmal erst nach drei Tagen. Der Körper bildet sen­si­bi­li­sier­te T-​Zellen, wel­che die spä­te­re all­er­gi­sche Reaktion aus­lö­sen. Ein Beispiel für Typ IV ist die Demodexallergie.

Beide Formen treten oftmals vermischt auf. Ein Beispiel für diese Mischform kann die Flohallergie sein.

Welche Auslöser gibt es?

Prinzipiell kommt je­der kör­per­frem­de Stoff als Auslöser in­fra­ge. Am häufigsten sind es Nahrungsbestandteile und künst­li­che Futterzusätze, Pollen, Milben und Flohspeichel. Nager kön­nen ei­ne Einstreuallergie auf­wei­sen, wel­che si­ch ne­ben Juckreiz in Atemproblemen und trä­nen­den Augen äu­ßert. Medikamente, Impfstoffe und che­mi­sche Substanzen im Haushalt – bei­spiels­wei­se Reinigungsmittel – ste­hen eben­falls als Auslöser im Verdacht. Von ei­ner ge­ne­ti­schen Prädisposition für Allergien wird eben­falls aus­ge­gan­gen.

Oftmals wird die Ursache bei Fehlernährung oder Fertigfutter ge­sucht, be­son­ders im Falle ge­trei­de­las­ti­ger Produkte für Hund und Katze. Die für bei­de un­na­tür­li­che Versorgung mit Konservierungsstoffen und ei­nem ho­hen Getreideanteil grei­fe die Darmflora an. Die wird dadurch durch­läs­si­ger für Allergene und ermöglicht ih­nen so den Weg in die Blutbahn. Da die Darmflora ei­nen Großteil des Immunsystems aus­macht, sei dies ur­säch­li­ch für vie­le Allergien. Manche füh­ren ein schwa­ches Immunsystem so­gar auf die Ernährung des Muttertieres mit un­aus­ge­wo­ge­nem Fertigfutter zu­rück. Diese Vermutung be­zieht si­ch auf das von der Mutter mit­ge­ge­be­ne, an­ge­bo­re­ne Immunsystem, wel­ches vor al­lem durch die Erstmilch – das Colostrum – auf­ge­baut wird. Erst im spä­te­ren Verlauf sei­nes Lebens baut je­des Tier ab­hän­gig von den Erregern, de­nen es aus­ge­setzt wird, ein er­wor­be­nes Immunsystem auf.

Hinterlassen Sie einen Kommentar