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Natur des Jahres 2018 – Ein Überblick in Bildern

Jedes Jahr suchen verschiedene Verbände Tiere und Pflanzen aus, die als Natur des Jahres vorgestellt werden. Heilpflanzen, Wildpflanzen, Vögel, Schmetterlinge, Insekten, gefährdete Nutztierrassen, Mikroben – es gibt viele Kategorien. Die nachstehende Galerie zeigt die gesamte Natur des Jahres 2018, vom Lurch bis zum Waldgebiet.

ein Stareine Gelbbindige Furchenbieneein Schwarzer Schnurfüßereine Fettspinneein großer FuchsZwei Württemberger Pferdeein Grasfroscheine Zwerglibelleein Schafein Dreistachliger Stichlingein Haus einer Neptunschneckeeine Scharnierschildkröteeine Wildkatze mit ihren Jungenein Mikroskopbild von WimpertierchenEine Mikroskopaufnahme von Laktobazilleneine Stern-ArmleuchteralgeEine Abbildung einer Alge aus der Gattung KlebsormidiumEin Bild einer Fransen-Nabelflechteein Symbolfoto für eine Mirabelle aus Nancyein Symbolfoto für eine Knausbirneein Symbolfoto für die Apfelsorte Ruhm aus KelsterbachDrei Äpfel der Sorte Maibiers Parmäneeine Steckrübeein angeschnittener IngwerEsskastanienechtes Apfelmooseine Taglilieein WunderbaumEin Bild von blühendem Torfmoos-KnabenkrautAndorn auf einer Wieseder langblättrige EhrenpreisHügelgräber am Lindgt bei Wermsdorfein Bild des Flusses LippeAlpiner Felshumusboden Symbolfoto
Der NABU Deutschland hat den Star zum Vogel des Jahres gewählt. Seine besondere Begabung ist die Nachahmung: Er kann nicht nur andere Vögel, sondern auch Umgebungsgeräusche sehr gut imitieren.
Es ist unschwer zu erkennen, woher die Gelbbindige Furchenbiene ihren Namen hat. Etwa 14 Millimeter groß wird die Wildbiene des Jahres 2018. Diesen Titel verdankt sie dem Arbeitskreis Wildbienen-Kataster. Ab Ende April sind die Weibchen zu sehen, meist an den Blüten von Korbblütlern. Die Männchen wagen sich im Juni heraus. Bis in den September hinein können die strahlend gelben Tiere beobachtet werden.
Der Schwarze Schnurfüßer ist der Höhlenbewohner des Jahres 2018, gekürt vom Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher. Dabei fühlt er sich nicht nur in Höhlen, sondern auch am Waldboden und an Baumstämmen. Er wird zwei bis fünf Zentimeter lang und sein Körper besteht aus 41 bis 56 Rumpfringen.
Die Arachnologische Gesellschaft hat entschieden: Die Fettspinne ist die Spinne des Jahres 2018. Der Körper dieser scheuen Spinnenart kann bis zu 8 Millimeter lang werden.
Der Große Fuchs ist der Schmetterling des Jahres 2018. Gewählt hat ihn die Naturschutzstiftung des BUND NRW. Seine Flügelspannweite beträgt 50 bis 55 Millimeter.
Sie sind majestätische Tiere, die Altwürttemberger Pferde. Diese vom Aussterben bedrohte Pferderasse ist ein echtes Kulturgut Württembergs. Vermutlich hat die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) sie deswegen zur gefährdeten Nutztierrasse des Jahres 2018 gekürt.
Er ist in Deutschland der häufigste Frosch: der Grasfrosch. Vielen dürfte er schon über den Weg gehüpft sein. Doch sein Bestand geht zurück. In 2018 wurde er von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DHGT) zum Lurch des Jahres ernannt. Der Grasfrosch wacht schon bei niedrigen Temperaturen auf und macht sich auf den Weg in sein Laichgewässer. Überwintern kann er in Bächen, Teichen oder sogar an Land. Ein flexibles kleines Kerlchen also!
Mit 20 bis 25 Millimetern Körperlänge ist die Zwerglibelle die kleinste mitteleuropäische Libellenart. Dank des BUND und der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen kommt sie nun als Libelle des Jahres 2018 groß raus. Von Mitte Mai bis September dauert ihre Flugzeit, allerdings sind Zwerglibellen schlechte Flieger. Sie halten sich lieber zwischen Schilfhalmen auf.
Als Haustier des Jahres 2018 hätte man sie wohl weniger vermutet, doch die Stiftung Bündnis Mensch & Tier fand die Schafe würdig für diesen Titel. Die Stiftung macht durch diese Wahl auf eine interessante Frage aufmerksam: Brauchen wir Schafe heutzutage noch als Nutztiere? Obwohl es synthetische Kleidung und andere Textilstoffe gibt?
Dieser Fisch verdankt seinen Namen den kleinen Stacheln, die auf seinem Rücken zu erkennen sind. Der Dreistachlige Stichling wurde vom Deutschen Angelfischerverband (DAFV) zum Fisch des Jahres 2018 ernannt. Der bis zu elf Zentimeter lange Fisch ist weit verbreitet und sehr robust.
Das „Kuratorium Weichtier des Jahres“ hat sich 2018 für die Neptunschnecke entschieden. Mit bis zu 20 Zentimetern ist sie die größte heimische Meeresschnecke. Ihr Gehäuse hat sieben bis neun Windungen.
In freier Wildbahn sind die 13 Arten von Scharnierschildkröten inzwischen leider ausgerottet. Damit teilen sie das Schicksal einiger asiatischer Schildkrötenarten. Dezimiert wurden ihre Bestände durch schwindenden Lebensraum und den Handel mit den Tieren als Nahrung oder zur Herstellung von vermeintlicher Medizin. Auf dieses Schicksal macht die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz mit ihrer Wahl der Scharnierschildkröte zum Zootier des Jahres 2018 aufmerksam.
Optisch ähnelt sie stark den Stubentigern, die sich neben vielen Katzenhaltern auf dem Sofa räkeln. Doch sie ist eine echte Wildkatze – und das Wildtier des Jahres 2018, ausgewählt von der Deutschen Wildtier Stiftung. In Europa gibt es mehrere Unterarten der Wildkatze. Sie ist jedoch nicht der Urahn unserer Hauskatzen, das ist die Falbkatze.
Zu den Tintinnen gehören schätzungsweise 1.000 gehäusebauende Wimpertier-Arten. Sie kommen in allen Weltmeeren vor. Die Deutsche Gesellschaft für Protozoologie hat sie zu den Einzellern des Jahres 2018 erklärt.
Sie sind nützlich und begegnen uns tagtäglich: Laktobazillen, die Mikro des Jahres 2018, gewählt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Milchsäurebakterien aus der Gattung Lactobacillus sorgen mit dafür, dass aus Milch beispielsweise Joghurt oder Käse wird. Sie sind auch für die Säuerungsvorgänge verantwortlich, die zur Herstellung von Sauerkraut, Sauerteigbrot oder eingelegtem Gemüse nötig sind.
In Europa, Nordasien, Sibieren und Japan ist die Stern-Armleuchteralge zu finden. Sie kann einen geringen Salzgehalt ertragen, sodass sie in Süß- und Brackwasser zu finden ist, meist in vier bis zehn Metern Tiefe. Der Verband Deutscher Sporttaucher machte die Stern-Armleuchteralge zur Wasserpflanze des Jahres 2018.
Mit dem Begriff Klebsormidium wird eine Gattung von Grünalgen beschrieben, die 17 Arten umfasst. Sie dringt sogar an Orte vor, an denen keine anderen Pflanzen mehr gedeihen. Feuchter Boden oder auch stehende und fließende Gewässer dienen der Algengattung als Lebensraum. Die Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) ernannte sie 2018 zur Alge des Jahres.
Die Fransen-Nabelflechte (Umbilicaria cylindrica), auch bekannt als Gewimperte Nabelflechte, fühlt sich auf saurem Gestein in höheren Lagen wohl. Ihre blattförmigen Flechtenlager erreichen einen Durchmesser von zwei bis sieben Zentimeter. Ein zentraler Nabel verbindet die Blattflechtenart mit ihrem steinigen Untergrund. Für die Bryologisch-lichenologische Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa (BLAM) ist die Fransen-Nabelflechte die Flechte des Jahres 2018.
Die Mirabelle de, aus oder von Nancy ist eine ertragreiche Mirabellen-Sorte. Ihren Namen verdankt sie der Stadt Nancy, ein historisches Anbaugebiet für diese Sorte. Für den Verband der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz ist sie die regionale Streuobstsorte des Jahres 2018.
In Baden-Württemberg ist die Knausbirne die regionale Streuobstsorte des Jahres. Das hat der Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg entschieden. Im 19. Jahrhundert soll diese Birnensorte zum Aufschwung des Obstbaus in Württemberg beigetragen haben. Heute ist sie allerdings selten geworden.
Ruhm aus Kelsterbach – so heißt die regionale Streuobstsorte des Jahres für Hessen. Ausgesucht hat sie die Landesgruppe Hessen des Pomologenvereins. Sie stammt aus Klesterbach, einer Stadt westlich von Frankfurt. Dort soll sie um 1900 auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei gestanden haben.
Maibiers Parmäne ist eine regionale Apfelsorte aus Sachsen – und 2018 auch die regionale Streuobstsorte des Jahres in diesem Bundesland, gewählt von der Landesgruppe Sachsen des Pomologenvereins. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war der Apfel dort weit verbreitet, heute ist die alte Sorte leider selten geworden.
Der Rote Brasilienapfel hat als historische Apfelsorte eine lange Geschichte. Ursprünglich verbreitet war er ein Mecklenburg, doch dann galt er lange Zeit als verschollen. Erst um 1940 entdeckte eine Baumschule die Sorte wieder. Der BUND Hamburg ernannte den selten gewordenen Roten Brasilienapfel zur regionalen Streuobstsorte des Jahres 2018 für Norddeutschland.
In Deutschland landet meist nur die Wurzelknolle der Steckrübe auf dem Teller. Sie kann roh, gedünstet oder gekocht verzehrt werden. Ein vielseitiges Gemüse also. Die weißfleischigen Kohlrüben werden als Tierfutter verwendet. Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) ernannte die Steckrübe zum Gemüse der Jahre 2017 und 2018.
Pur, als Tee, in Suppen oder anderen Gerichten verkocht: Es gibt viele Arten, Ingwer zu genießen. Seine leichte Schärfe macht ihn geschmacklich interessant, doch kann die Gewürzpflanze noch mehr. Die Scharfstoffe des Ingwers fördern die Produktion von Magensaft, wodurch der Appetit und die Verdauung angeregt werden. Bei entzündlichen Gelenkschmerzen soll er unterstützend lindernd wirken. Deswegen machte ihn der Verein NHV Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres 2018.
Das Kuratorium „Baum des Jahres“ (KBJ) hat sich im Jahr 2018 für die Esskastanie (auch Edelkastanie genannt) entschieden. Die bis zu 35 Meter höhen Bäume sind besonders durch ihre Früchte, die Kastanien, bekannt. Ihr leicht zu verarbeitendes Holz wird ebenfalls gerne genutzt. Sogar Kastanienhonig kann von dem Baum gewonnen werden. Angebaut wird die Esskastanie im gesamten Mittelmeerraum – und das bereits seit der Antike.
Er ist der Pilz des Jahres 2018, ausgesucht von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie: der Wiesen-Champignon. Manche kennen ihn vielleicht unter dem Namen Feld- oder Wiesenegerling. In Deutschland ist die Pilzart mit ihren vielen Varietäten häufig anzutreffen. Doch auch in anderen europäischen Ländern sowie in Australien, Nordamerika, Asien und Nordafrika gedeiht der Wiesen-Champignon. Wer gerne Pilze sammelt, sollte aufpassen: Der Wiesen-Champignon ähnelt nämlich dem giftigen Karbol-Champignon.
Die Bryologisch-lichenologische Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa (BLAM) hat entschieden: Das Echte Apfelmoos ist das Moos des Jahres 2018. Dank seines charakteristischen Äußeren ist es gut zu erkennen. Es kommt bis zu einer Höhe von 2000 Metern vor und bevorzugt halbschattige Lebensräume.
Diese wunderschöne Blüte hat nur einen einzigen Tag geblüht. Sie gehört zu einer Taglilie, die ihren Namen eben dieser kurzen Lebensdauer ihrer Blüten verdankt. Zur Pflanzengattung der Taglilien gehören mehrere Arten. Anzutreffen sind die Stauden von Mitteleuropa bis in den Osten Asiens. Der Bund deutscher Staudengärtner hat die Taglilie zur Staude des Jahres 2018 gekürt.
Der Rizinus- oder Wunderbaum ist an seinen charakteristischen Blütenständen unschwer zu erkennen. Sie erinnern entfernt an eine vollgesogene Zecke und brachten dem Baum damit seinen Namen ein. Denn „ricinus“ ist das lateinische Wort für Zecke. Der Botanischer Sondergarten Wandsbek ernannte den Rizinusbaum zur Giftpflanze des Jahres 2018.
Das Torfmoos-Knabenkraut gehört zu den Orchideen-Gewächsen und ist als solches von den Arbeitskreisen Heimische Orchideen (AHO) zur Orchidee des Jahres 2018 gekürt worden. In Deutschland ist das Torfmoos-Knabenkraut inzwischen selten geworden und kommt nur noch vereinzelt vor.
Andorn ist eine vielseitige Heilpflanze – und deswegen auch die Arzneipflanze des Jahres 2018, gewählt vom Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen“. Andorn unterstützt das Abhusten von Schleim, er regt die Magen-Darm-Tätigkeit an und kann bei Verdauungsproblemen wie Blähungen Abhilfe schaffen.
Der langblättrige Ehrenpreis – auch als Langblättriger Blauweiderich bekannt – kann bis zu 1,2 Metern hoch wachsen. Er ist eine sehr ausdauernde, krautige Pflanze mit auffälligen Blüten. In der Natur ist der langblättrige Ehrenpreis in Europa und Teilen Asiens zu finden. Die Loki Schmidt Stiftung ernannte den langblättrigen Ehrenpreis zur Blume des Jahres 2018.
Er ist etwa 13.000 Hektar groß, liegt im Nordwesten Sachsens und ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Die Rede ist vom Wermsdorfer Forst. Der Bund Deutscher Forstleute hat ihn 2018 zum Forst des Jahres gekürt. Viele Sehenswürdigkeiten warten hier auf neugierige Besucher, von einem Kulturlandschaftsmuseum über den Silbersee bis hin zur Burg Medebach.
Die Naturfreunde Deutschlands haben sich für die Lippe als Flusslandschaft der Jahre 2018 und 2019 entschieden. Die Lippe ist 220 Kilometer lang und ein Nebenfluss des Rheins in Nordrhein-Westfalen.
Ja, es gibt ihn, den Boden des Jahres. 2018 ist es der Alpine Felshumusboden, ausgewählt vom Kuratorium Boden des Jahres. Wie der Name vermuten lässt, findet sich dieser Boden in Gebirgen. In Deutschland ist er vor allem im bayerischen Alpenraum vertreten. Es besteht aus festem Fels, auf dem sich abgestorbene Pflanzenteile sammeln. Dadurch entsteht Humus.

 

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