tierart-übergreifend Wildtiere

Rudel, Schwarm oder Herde?

Wir haben viele Begriffe, mit denen wir eine Gruppe von Tieren beschreiben können. Rudel, Schwarm, Herde – doch was ist eigentlich was? Wieso bilden Fische einen Schwarm, Wölfe aber ein Rudel? Einheitliche Definitionen gibt es kaum. Dennoch wollte ich einmal versuchen, zumindest annähernd herauszufinden, was denn nun was ist.

Was ist ein Rudel?

Um es mal ganz grob zu formulieren: Der Begriff Rudel be­zeich­net ei­nen Zusammenschluss von Säugetieren. Rudel kennen wir vor allem bei Wölfen, Hirschen oder Löwen. Damit ist aber nur die Tierart festgelegt. Was das Rudel von anderen Gruppen von Säugetieren unterscheidet, ist die soziale Bindung. Denn zu Rudeln tun sich wildlebende Säuger derselben Art zusammen, die irgendeine Art von sozialer Bindung zueinander haben. Meist sind sie ein Familienverbund. Rudel bestehen deswegen auch nur aus recht wenigen Tieren. Sie beschreiben kleine bis mittelgroße Gruppen. Ein Rudel von Tieren ist also ein Zusammenschluss, der sich mehr oder weniger natürlich ergibt und Bestand hat, weil er den Individuen darin Vorteile bringt. Denn im Rudel sind die Tiere besser vor Angriffen geschützt und/oder haben Vorteile bei der Jagd.

Was ist ein Schwarm?

Beim Schwarm wird nicht in Säuger oder nicht unterschieden. Hier geht es um Tiere, die fliegen oder schwimmen. Ein Schwarm entsteht ohne soziale Bindung. Er bildet sich aufgrund von Umwelteinflüssen. So schließen sich Fische für den Weg zu ih­rem Laichplatz, Vögel für den Südflug im Winter zu­sam­men. Bei einem Schwarm sind artübergreifende Verbindungen möglich. Und auch hier haben die Tiere einen Vorteil durch den Zusammenschluss: Sie sind besser vor Angriffen geschützt.

Was ist eine Herde?

Das Wort Herde hat gleich zwei Bedeutungen: Erstens kann damit eine Gruppe ge­züch­te­ter oder do­mes­ti­zier­ter Tiere in der Obhut ei­nes Hirten gemeint sein. In Europa sind dies klas­si­scher­wei­se Rinder, Schafe oder Ziegen. Auf die Hunde des Hirten lässt sich der Begriff Herde allerdings nicht anwenden, auch wenn es eine größere Anzahl sein sollte. Sie sind dennoch ein Rudel. Zweitens bezeichnet der Begriff ei­nen lo­sen Sozialverband gro­ßer Säugetiere der­sel­ben Art in freier Wildbahn. Auch hier sind art­über­grei­fen­de Verbindungen durch­aus mög­li­ch. Die Tiere schlie­ßen si­ch frei­wil­lig zu einer Herde zu­sam­men. Denn auch sie ziehen daraus einen Vorteil, beispielsweise beim Schutz vor Raubtieren. Eine um­her­zie­hen­de und eher un­ge­ord­ne­te Herde wird oft­mals als Horde be­zeich­net. Für andere Tierarten gibt es gesonderte Bezeichnungen, beispielsweise für Wildschweingruppen. In der Jägersprache wird ein Zusammenschluss von drei oder mehr Wildschweinen als Rotte bezeichnet.

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