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Tiere helfen Menschen – so vielfältig bereichern sie unser Leben

Mensch und Pferd Kopf an Kopf

Unsere tierischen Freunde sind tagtäglich an unserer Seite, teilen unser Heim mit uns und stehen uns in schwierigen Zeiten bei. Sie bereichern unser Leben. Und noch mehr: Sie sind Balsam für unsere Seele. Tiere können durch ihre bloße Anwesenheit psychische Erkrankungen lindern, unsere Konzentration für ein Projekt steigern, unsere Motivation beflügeln und sogar unseren Blutdruck positiv beeinflussen. Doch Tiere tun noch mehr für uns Zweibeiner. Als Assistenztiere gestalten sie unser Leben aktiv mit. Sie können unser Augenlicht ersetzen oder uns einfach nur Trost spenden.

Wo werden Assistenztiere eingesetzt?

Die bekanntesten Assistenztiere sind Blindenführhunde. Sie ersetzen seit vielen Jahren das Augenlicht blinder Menschen und führen sie durchs Leben. Pferde werden in der sogenannten Hippotherapie ebenfalls seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Hunde und Katzen dienen besonders älteren und kranken Menschen immer häufiger als Begleiter, sei es als eigenes Haustier oder als Besuchstier im Seniorenheim oder anderen sozialen Einrichtungen. Selbst bei psy­chi­schen Erkrankungen vermutet man po­si­ti­ve Auswirkungen tie­ri­scher Gesellschaft. Organisationen wie „Tiere hel­fen Menschen e. V.“ ha­ben si­ch auf die­se Arbeit spe­zia­li­siert.

Häufig macht sich der Mensch die geschärften Sinne der Tiere zunutze. Insbesondere bei der Suche nach bestimmten Gerüchen und Stoffen erweisen sich Tiere als wahre Genies. Am bekanntesten sind auch hier die Polizeihunde, die nach Drogen oder Sprengstoffen suchen. Bei Sprengstoffen kommen noch andere Tiere wie Bienen oder Ratten zum Einsatz.

Etwas ex­tra­va­gan­ter sind die be­son­ders in den USA ein­ge­setz­ten Hausaffen. Sie sol­len Haushaltsarbeiten über­neh­men und ih­ren Halter so bei der Erledigung der täg­li­chen Arbeiten un­ter­stüt­zen. Die Haltung die­ser ei­gent­li­ch wild­le­ben­den Tiere als Haushaltshelfer ist je­doch sehr um­strit­ten. Eine art­ge­rech­te Unterbringung der Tiere kann kaum bis gar nicht ge­währ­leis­tet wer­den.

Ab von all diesen Beispielen helfen uns Tiere noch weit mehr, als uns manchmal bewusst ist. Und das ganz ohne unser Zutun oder eine besondere Ausbildung. Denn Tiere sind in unserem Leben und der Natur nicht wegzudenken. Bienen be­stäu­ben Blüten, wor­auf gan­ze Landwirtschaftszweige wie der Obstbau an­ge­wie­sen sind, und pro­du­zie­ren Honig. Käfer und Insekten ar­bei­ten un­er­müd­li­ch in Wald und Wiese, wo sie or­ga­ni­sches Material ab­bau­en. Marienkäfer bei­spiels­wei­se sind aus­ge­zeich­ne­te Blattlausvernichter. Selbst der klein­s­te Regenwurm er­füllt ei­ne Aufgabe im Ökosystem.

Probleme bei der „Tierarbeit“

Für uns Menschen haben Assistenztiere viele Vorteile. Doch sollten wir darüber die Tiere selbst nicht aus den Augen verlieren. Für uns Zweibeiner zu arbeiten ist anstrengend. Ein Drogensuchhund hat eine gute Nase und setzt sie sicher auch gerne ein. Doch auch er erreicht irgendwann sein Limit. Denn seine Arbeit ist anspruchsvoll und kräftezehrend. Auch wenn er die natürlichen Gaben dafür mitbringt, kann er sie nicht ohne Pause nutzen.

Besonders Tiere, die na­he­zu den gan­zen Tag im Dienst oder Extremsituationen wie Krieg aus­ge­setzt sind, lau­fen Gefahr ei­nen so­ge­nann­ten „Burnout“ zu er­lei­den. Darüber hin­aus gibt es zu­sätz­li­che Risiken be­dingt durch die Tätigkeit an si­ch: Diensthunde kön­nen ver­letzt oder ge­tö­tet wer­den, Sprengstoffsucher kön­nen auf ei­ne nicht ent­schärf­te Mine tre­ten und da­bei zu Schaden kom­men. Inzwischen ver­sucht man, das Risiko für die be­tei­lig­ten Tiere zu mi­ni­mie­ren. Nicht zu­letzt, weil ein dem­entspre­chend aus­ge­bil­de­tes Tier sehr kost­spie­lig ist. Um die Tiere nicht zu über­for­dern, er­hal­ten sie Pausen und Urlaub. Im Einsatz werden sie be­son­ders ge­schützt. Bei der Ausbildung wird im­mer mehr Wert auf Nachhaltigkeit und po­si­ti­ve Konditionierung statt auf Druck und schnel­le Ergebnisse ge­legt. Dieser Aspekt fließt be­reits bei der Auswahl der Tiere mit ein.

Inwiefern Tiere im Dienst des Menschen no­ch ein art­ge­rech­tes Leben füh­ren kön­nen, ist Bestandteil zahl­rei­cher Debatten. Bei exo­ti­schen Tieren wie den Hilfsaffen geht es al­lein schon um die Tatsache, dass die­se Tiere im Haus ge­hal­ten wer­den. Bei an­de­ren ver­brei­te­ten Haustieren wie Hunden dre­hen si­ch die Diskussionen eher dar­um, ob ein Hund in die­ser Funktion no­ch Hund sein kann. Ebenso strit­tig ist die Haltung von Kleintieren und Vögeln in Seniorenheimen. Denn oft sitzen die Tiere in viel zu kleinen Käfigen. Empfehlungen zur Tieranschaffung bei psy­chi­schen Krankheiten soll­ten eben­falls von zwei Seiten be­trach­tet wer­den: Was pas­siert mit dem Tier, wenn die „Maßnahme“ schei­tert und si­ch der Erkrankte nicht um das Tier küm­mern kann?

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