tierart-übergreifend

Welchen Zweck erfüllen Vogelfedern?

Pfauenfedern

Sie sind bunt, weich, vielfältig und es gibt sie in fast jeder Größe: Die Rede ist von Vogelfedern. Die Feder hat es den Vögeln er­mög­licht, die gan­ze Welt zu be­sie­deln. So bilden Vögel über 10.000 be­kann­ten Arten ei­ne der viel­fäl­tigs­ten Klassen der Wirbeltiere. Sie kom­men auf al­len Kontinenten vor und brü­ten so­wohl im ei­si­gen Inland der Antarktis als auch in der tro­pi­schen Hitze am Äquator. Vögel le­ben nicht nur an Land, son­dern auch im Wasser und in der Luft. All das dank ih­rer Federn, die sie schüt­zen, wär­men, tar­nen, schmü­cken und des Fliegens be­mäch­ti­gen.

Wie sind Vogelfedern aufgebaut?

eine FederWie Haare bestehen Federn aus Hornsubstanz. Es gibt meh­re­re Arten von Federn, die ver­schie­de­ne Funktionen ha­ben und dem­entspre­chend un­ter­schied­li­ch auf­ge­baut sind. Die Federarten las­sen si­ch grob un­ter­tei­len in Kontur- und Daunenfedern. Zu den Konturfedern ge­hö­ren die Schwungfedern der Flügel so­wie die Steuerfedern des Schwanzes. Au­ßer­dem zählen dazu die Deckfedern an Flügel, Schwanz und Rumpf. Sie be­stehen aus ei­nem so­li­den, hoh­len Federkiel, von dem un­ter­ein­an­der ver­hak­te Federäste ab­zwei­gen. Die Stabilität ei­ner Feder kommt er­st durch die so­ge­nann­ten Bogen- und Hakenstrahlen zu­stan­de. Denn sie halten dank klei­ner Häkchen die Federäste zu­sam­men­. Die Federäste wie­der­um bil­den ei­ne in­ne­re und ei­ne äu­ße­re Fahne. Die Federn über­lap­pen ein­an­der, in­dem die Außenfahne ei­ner Feder die Innenfahne der be­nach­bar­ten be­deckt. Dadurch ent­steht ein glatt an­lie­gen­des und dich­tes Außengefieder, das den Luftwiderstand wäh­rend des Fliegens ver­min­dert und vor äu­ße­ren Umwelteinflüssen schützt.

Die Daunen bil­den das Unterkleid der Vögel. Sie sind klei­ne, pin­sel­ar­ti­ge Federn, de­ren Federäste nicht ver­hakt sind. Daher sind sie weich und ex­trem elas­ti­sch. So hal­ten sie die Körperwärme des Vogels, denn sie sorgen für ei­ne wä­men­de Luftschicht zwi­schen Körper und Deckfedern. Diesen Effekt ma­chen wir uns gern zu­nut­ze: Kopfkissen, Bettdecken und Winterjacken mit Daunenfüllung hal­ten schön warm.

Weitere Funktionen von Vogelfedern

Zur Gefiederpflege ha­ben man­che Vögel so­ge­nann­te Puderdunen. Sie wachsen stän­dig nach. An der Spitze zerfallen sie zu ei­nem fei­nen Staub. Einige Papageien und Reiher ge­hö­ren zu den Vögeln, die ihr Gefieder nicht mit ei­nem Sekret aus der Bürzeldrüse ein­fet­ten, son­dern eben die­sen Gefiederstaub nut­zen.

Neben den ge­nann­ten Federarten ha­ben Vögel no­ch ei­ni­ge Zusatzfedern, die spe­zi­el­le Funktionen er­fül­len. Mit Strahlenfedern, die un­ter dem Daunengefieder sit­zen, spürt ein Vogel die Lage und Position sei­nes Gefieders. Jede ein­zel­ne Feder kann mit­hil­fe klei­ner Muskeln be­wegt wer­den. Das ist bei­spiels­wei­se zum Aufplustern wichtig, wo­bei ei­ne wär­men­de Luftschicht zwi­schen Körper und Gefieder ent­steht. Außerdem gibt es Tastfedern, die bei ei­ni­gen Vögeln die Schnurrhaare er­set­zen. Auch Schmuckfedern tragen einige Vögel. Sie ha­ben oft au­ßer­ge­wöhn­li­che Formen und wer­den haupt­säch­li­ch zur Balz ein­ge­setzt.

Wie entsteht die bunte Farbe vieler Vögel?

Die Färbung des Federkleides spielt ei­ne ent­schei­den­de Rolle. Beispielsweise tarnen sich die Weibchen und die Brut vie­ler Vogelarten mit un­auf­fäl­li­gen Braun- und Grautönen. Das Gefieder von Nestflüchtern, zum Beispiel Entenküken, ahmt das Spiel von Licht und Schatten nach, so wie es auch bei der Fellfärbung von Frischlingen und Rehkitzen der Fall ist. Die Männchen hin­ge­gen schmü­cken si­ch zur Balzzeit oft mit stär­ke­ren Kontrasten und präch­ti­ge­ren Farben. Damit beeindrucken sie po­ten­zi­el­le Partnerinnen.

Sämtliche Farben ent­ste­hen er­st durch ei­ne spek­tra­le Aufspaltung des Lichts. Dafür sind Pigmente und klein­s­te Strukturen in der Feder ver­ant­wort­li­ch. Dementsprechend werden Pigmentfarben und Strukturfarben un­ter­schie­den. Pigmente ab­sor­bie­ren und re­flek­tie­ren be­stimm­te Wellenlängen des Lichts, die Strukturen hin­ge­gen bre­chen sie. Melanine, die auch die Haare von Mensch und Tier fär­ben, er­zeu­gen brau­ne und schwar­ze Töne und sind die Grundlage für wei­te­re Farben. Fehlt ei­nem Vogel Melanin, er­scheint er weiß.

Daneben sor­gen über die Nahrung auf­ge­nom­me­ne Carotinoide für gel­be bis ro­te Farben. Blaue, grü­ne und schil­lern­de Farbtöne wer­den je­doch durch Lichtbrechungen an ex­trem klei­nen Strukturen der Federn her­vor­ge­ru­fen. Schillernde Farben ent­ste­hen nicht, wie an­de­re Strukturfarben, an den Federästen, son­dern an win­zi­gen, re­gel­mä­ßig an­ge­ord­ne­ten Lamellen an den Seitenstrahlen. Dadurch über­la­gern si­ch meh­re­re Lichtwellen, es kommt zu Interferenzen und die Feder schim­mert je nach Betrachtungswinkel in un­ter­schied­li­chen Farben. Dies ist zum Beispiel im Nackengefieder von Stadttauben der Fall.

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar