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Wie bepflanze ich ein Gehege für Kleinnager richtig?

ein naturnah begrüntes Gehege

Grüne, kräftige, lebende Pflanzen sehen in einem Gehege nicht nur schön aus. Sie sind auch eine tolle Möglichkeit, die im Gehege lebenden Kleinnager wie Mäuse und Hamster zu beschäftigen und mit Leckereien zu versorgen. Allerdings gibt es beim Thema Bepflanzung das ein oder andere zu be­ach­ten, be­gin­nend beim rich­ti­gen Boden bis hin zur Wahl der rich­ti­gen Pflanze.

Welchen Bodengrund brauche ich für Gehegepflanzen?

Chinesischer Streifenhamster mit WeizenKokoshumus ist ein aus­ge­zeich­ne­ter Feuchtigkeitsspeicher, wes­we­gen er als Untergrund für Gehegepflanzen gut ge­eig­net ist. Außerdem ist er ein her­vor­ra­gen­der Torfersatz. Torf dient all­ge­mein als Dünger für Pflanzen, die ei­nen sau­ren Boden be­nö­ti­gen. In einem Nagergehege hat er jedoch nichts zu suchen. Zum einen hat er ei­nen nied­ri­gen pH-​Wert und kann so­mit die Haut der Tiere auf Dauer rei­zen. Zum anderen wird er aus Mooren ge­won­nen, was von Naturschützern in Bezug auf den Erhalt na­tür­li­cher Lebensräume kri­ti­sch be­trach­tet wird. Blumenerde ist eben­falls un­ge­eig­net, da sie in den meis­ten Fällen Torfzusätze oder Kunstdünger ent­hält.

Ungedüngte, torf­freie Blumenerde, Komposterde oder Erde aus dem ei­ge­nen Garten kann ver­wen­det wer­den, ent­hält je­doch oft Schimmelsporen oder Parasiten. Sie soll­te da­her be­ob­ach­tet und bei ei­nem Befall so­fort ent­fernt wer­den. Auch dieses Problem besteht beim Kokoshumus nicht. Die Schimmelgefahr ist ge­ring, so­fern er nur mä­ßig feucht und nicht nass ge­hal­ten wird.

Sand ent­hält in der Regel kaum Schimmelsporen und schim­melt nur bei an­dau­ern­der Nässe. Da die meis­ten Pflanzen so­wie­so kei­ne Staunässe ver­tra­gen, ist die Schimmelgefahr bei die­sem Substrat ge­ring. Sand ist al­ler­dings nicht sehr nähr­stoff­reich, so­dass si­ch die we­nigs­ten Pflanzen dau­er­haft dar­in hal­ten kön­nen. Um Sämereien zu zie­hen, eig­net er si­ch je­doch gut, da die klei­nen Sprösslinge al­le wich­ti­gen Nährstoffe zum Wachsen no­ch in si­ch tra­gen.

Welche Pflanzen sind für ein Nagergehege geeignet?

Chinesischer Streifenhamster mit GruenlilieDie Grünlilie ist ei­ne weit­ver­brei­te­te Zimmerpflanze. Sie ist an­spruchs­los und sehr ein­fach nach­zu­zie­hen. Als ro­bus­te und si­ch schnell re­ge­ne­rie­ren­de Pflanze eig­net sie si­ch gut für die Gehegebegrünung. Typisch für die Grünlinie sind die lan­gen, schma­len, nach un­ten hän­gen­den Blätter, die ein­far­big grün oder auch weiß ge­streift sein kön­nen. Diese Pflanze bil­det an dün­nen Stängeln klei­ne Kindel – das heißt le­bens­fä­hi­ge Ableger – aus. Größere Ableger be­kom­men schon an der Luft er­s­te Wurzeln und kön­nen di­rekt ein­ge­pflanzt wer­den. Ansonsten kön­nen die Kindel zu­nächst ein paar Tage ins Wasser ge­stellt wer­den, wo sie ra­sch Wurzeln bil­den. Die Blüten der Grünlilie sind klein und weiß. Sie und ih­re Samen ste­hen im Verdacht, leicht gif­tig zu sein, wes­halb sie bes­ser ent­fernt wer­den, so­bald sie wach­sen. Die Grünlilie be­sitzt luft­rei­ni­gen­de Eigenschaften, das heißt sie nimmt Schadstoffe aus der Luft auf und spei­chert sie. Es soll­ten da­her kei­ne Pflanzen aus schad­stoff­be­las­te­ten Zimmern, bei­spiels­wei­se Raucherräumen, im Tiergehege ver­wen­det wer­den.

Das nähr­stoff­rei­che, ro­bus­te und schnell wach­sen­de Golliwoog (Kriechendes Schönpolster) eig­net si­ch eben­falls zur Gehegebegrünung. Sie lässt sich ganz einfach selbst nachziehen und vermehren.

Gehegepflanzen aus Futter nachziehen

mongolische Rennmaeuse mit BuchweizenSämereien aus dem Futter las­sen si­ch sehr ein­fach zie­hen. Die Samen soll­ten für ei­ni­ge Stunden im Wasser auf­quel­len und an­schlie­ßend in fla­che Schalen ein­ge­pflanzt wer­den. In den ers­ten Tagen muss der Bodengrund sehr feucht ge­hal­ten wer­den, darf aber nicht „schwim­men“. Sobald die Keimlinge zu se­hen sind, reicht es, sie ein­mal täg­li­ch mit Wasser zu be­sprü­hen. Am bes­ten wach­sen die klei­nen Pflanzen an ei­nem hel­len, war­men Standort. Wer Einzelsaaten an­pflanzt, kann spe­zi­ell auf die Bedürfnisse der Pflanzen ein­ge­hen, um ein best­mög­li­ches Wachstum zu er­mög­li­chen.

Die so­ge­nann­ten Lichtkeimer be­nö­ti­gen, wie der Name schon sagt, Licht zum Keimen. Sie wer­den da­her nur leicht in den Bodengrund ge­drückt. Im Gegensatz da­zu wach­sen Dunkelkeimer am bes­ten, wenn sie ver­gra­ben oder mit ei­nem Blatt Papier ab­ge­deckt wer­den. Zu den Lichtkeimern ge­hö­ren un­ter an­de­rem Lein, Kresse, Katzenminze und Roggen. Dunkelkeimer sind zum Beispiel Buchweizen, Hirse, Sonnenblumen, Mungobohnen und Mais. Die meis­ten Pflanzen neh­men es da­mit je­doch nicht so ge­n­au und ge­dei­hen auch un­ter um­ge­kehr­ten Bedingungen.

Die meis­ten Pflanzen ha­ben im Gehege kei­ne be­son­ders ho­he Lebenserwartung. Zu ap­pe­tit­li­ch sind die saf­ti­gen Leckereien. Erfahrungsgemäß sind gro­ße Pflanzen aber von ge­rin­ge­rem Interesse für die Tiere und ste­cken Schäden an Blättern oder Wurzeln bes­ser weg als klei­ne Exemplare. Es emp­fiehlt si­ch, Ersatzpflanzen zu zie­hen und die Pflanzen im Gehege re­gel­mä­ßig zu tau­schen, da­mit sie si­ch er­ho­len und neu aus­trei­ben kön­nen.

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