Tierschutz

Corona-Hilfsmaßnahmen auch für Tierheime

Sinnbild für Tierschutz

Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes

Der Deutsche Tierschutzbund appelliert an die Bundesregierung und die Länder, bei den heute auch vom Bundesrat beschlossenen Förder- und Hilfsmaßnahmen ausdrücklich den Betrieb von Tierheimen zu berücksichtigen. Der Dachverband, in dem rund 550 Tierheime organsiert sind, hatte sich deshalb mit einem Schreiben an die Wirtschafts-, Finanz- und Tierschutzminister*innen der Länder und an die zuständigen Bundesminister*innen gewandt.

„Die Hilfsmaßnahmen für Unternehmen, Freiberufler und Selbständige, die sich derzeit mit existentiellen Sorgen konfrontiert sehen, sind dringend notwendig“, findet Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Er gibt jedoch zu bedenken: „Auch die Tierheime in Deutschland unterliegen den Regeln für Geschäftsbetriebe und sollten in der derzeitigen Krise im Rahmen der Förderung auch als solche behandelt werden.“ Es brauche „eine Klarstellung, die dann auch bindend für die Bundesländer sein muss“, so Thomas Schröder. Der Verband fordert daher, dass auch der Tierheimbetrieb insbesondere in Form nicht rückzahlbarer Zuschüsse Unterstützung erhält. Ein Sofortprogramm solle den betroffenen Tierschutzvereinen, die Tierheime betreiben, schnell und unbürokratisch helfen. Damit soll die Versorgung der Tiere aufrechterhalten werden. Unbürokratisch sollten dabei in Notfällen auch tierheimähnliche Einrichtungen berücksichtigt werden.

Corona-Krise stellt Tierheime vor Herausforderungen

Die Tierheime übernehmen mit der Betreuung von Fundtieren und beschlagnahmten Tieren kommunale Aufgaben. Zudem tragen sie maßgeblich dazu bei, das Staatsziel Tierschutz in Deutschland zu verfolgen. Tierschützer*innen helfen aber nicht nur Tieren in Not, sondern auch den Menschen, die ihr Tier lieben, sich aber zum Beispiel aufgrund einer Erkrankung oder behördlich verordneter Quarantänemaßnahmen nicht mehr selbst kümmern können. Ihre wichtigen systemrelevanten Aufgaben können die Tierheime jedoch aufgrund der besonderen Herausforderungen der Corona-Krise nur unter großen Anstrengungen erfüllen. Die sie tragenden Tierschutzvereine geraten zunehmend an ihre finanziellen und personellen Grenzen. Grund dafür sind auch jahrzehntelang ungenügende Kostenerstattung für die Übernahme staatlicher Leistungen. Dadurch konnten sie kaum bis keine Rücklagen bilden.

Wie Selbständige und Unternehmen müssen Tierheime Personal und Versicherungen bezahlen, Dienstleistungen in Anspruch nehmen, Bewirtschaftungskosten tragen und Einkäufe tätigen. Ohne die Klarstellung von Bund und Ländern, dass Tierheime wie Unternehmen zu behandeln sind, müssten die Behörden vor Ort in jedem Fall einzeln entscheiden. „Die Tierheime leisten derzeit großartige Arbeit für Tier und Mensch“, betont Schröder. Die Regeln dürften nun nicht „zu einem Flickenteppich der Hilfe führen“. Schröder findet: „Die tierschützerische Arbeit verdient an jedem Ort der Republik gleichwertige Anerkennung.“

Bleiben Sie auf dem Laufenden!

Der Deutsche Tierschutzbund informiert auf der Website seiner Kampagne „Tierheime helfen. Helft Tierheimen!“ über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Tierheime: www.tierheime-helfen.de

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