tierart-übergreifend Tierschutz

Tiere per Post versenden

ein Teddy in einer Kiste

So ziemlich alles kann man heutzutage im Internet kaufen. Und unter „ziemlich alles“ fallen auch lebende Tiere. Nach dem Kauf werden sie meist per Post verschickt. Doch ist das rechtlich überhaupt erlaubt? Und worauf muss ich achten, wenn ich ein lebendiges Tier verschicken will?

Wer darf Tiere transportieren und wie?

Wie im­mer gilt na­tür­li­ch das Tierschutzgesetz, so­bald es um (Wirbel-)Tiere geht. In die­sem Fall greift auch die Tierschutztransportverordnung be­zie­hungs­wei­se die Verordnung (EG) Nr. 1/​2005 (sie­he auch Tiertransporte). Je nach Art, Alter und Bedürfnissen müs­sen Tiere beim Transport dem­nach mit Futter und Wasser ver­sorgt wer­den und ein ent­spre­chen­des Platzangebot in ei­ner ge­eig­ne­ten Transportbox zur Verfügung ha­ben. Von be­son­de­rem Interesse sind in die­sem Zusammenhang aber die Anforderungen an den Transporteur. Denn der muss ei­nen Befähigungsnachweis be­sit­zen. Bei ei­nem Transport von über zwölf Stunden (und das be­trifft den re­gu­lä­ren Versand in­ner­halb Deutschlands) ist ei­ne Sonderzulassung er­for­der­li­ch. Das be­deu­tet, dass Tiere nicht wie oft an­ge­nom­men ein­fach als Postpaket ver­schickt wer­den kön­nen (Wirbellose aus­ge­nom­men). Es braucht ei­nen ent­spre­chen­den Transporteur und ein ent­spre­chen­des Transportmittel hier­für – ei­ne Tierlogistikfirma so­zu­sa­gen.

Wichtig ist also als ers­tes die Wahl ei­nes zer­ti­fi­zier­ten Transportunternehmens. Der zu­stän­di­ge Amtstierarzt kann hier­über im Zweifelsfall Auskunft er­tei­len. Doch der Tierkurier über­nimmt nur die Auslieferung, für die Verpackung muss der Versender sor­gen. Ein „Tierpaket“ wird ähn­li­ch wie Kartons mit Glas spe­zi­ell ge­kenn­zeich­net, so­dass der Auslieferer weiß, wo le­ben­de Fracht ent­hal­ten ist. Zum ei­nen kann er da­durch sei­ne Route so pla­nen, dass die Tiere zu­er­st aus­ge­lie­fert wer­den, zum an­de­ren kann er dar­auf ach­ten, das Paket im­mer rich­tig her­um auf­zu­stel­len.

Für län­ge­re Transporte muss der Kurier die Möglichkeit ha­ben, dem Tier Futter und Wasser zu ge­ben. Außerdem kann das Tier nicht ein­fach in ei­nen Karton ge­setzt wer­den, son­dern ist in ei­ner nach Verordnung (EG) Nr. 1/​2005 zu­ge­las­se­nen Box ent­spre­chen­der Größe un­ter­zu­brin­gen. Größer geht na­tür­li­ch im­mer, ist aber nicht un­be­dingt rat­sam, da das Tier son­st hin- und her­ge­schleu­dert wer­den könn­te. Die Luftzufuhr muss au­ßer­dem ge­währ­leis­tet sein, bei Wasserlebewesen muss das Auslaufen des Wassers ver­hin­dert wer­den.

Abgabe nur an den Empfänger

Pakete mit tie­ri­schem Inhalt wer­den nicht ein­fach vor der Haustür ab­ge­stellt, wenn kein Empfänger an­zu­tref­fen ist. Neben der Anschrift sind auch die Rufnummer und die Mailadresse des Empfängers hin­ter­legt, um die­sen not­falls kon­tak­tie­ren zu kön­nen. Der Empfänger muss über die un­ge­fäh­re Zustellungsuhrzeit in­for­miert wer­den. Nur so hat man eine Chance, auch Zuhause zu sein, wenn das Tier eintrifft.

Wichtigste Voraussetzung ist die Transportfähigkeit des Tieres selbst. Es soll­te ge­sund und psy­chi­sch sta­bil sein. Ein Tier, das Angst vor der Transportbox oder dem Dunkeln hat, soll­te lo­gi­scher­wei­se nicht ver­schickt wer­den. Hier bie­tet si­ch no­ch eher ei­ne Mitfahrgelegenheit an .

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