Tierschutz

Vermittlungssperren – deswegen haben Tierheime an Feiertagen geschlossen

ein Hase mit Ostereiern

Das Haustier un­term Weihnachtsbaum ist der Alptraum vie­ler Tierschützer. Deswegen ha­ben ei­ni­ge Tierheime und Tierschutzorganisationen in der Zeit kurz vor und nach Feiertagen ei­ne Vermittlungssperre ein­ge­führt. An die­sen Tagen ver­las­sen kei­ne Tiere die Obhut der Tierschützer, da­mit sie nicht mit Schleife am Hals un­term Christbaum lan­den. Doch was soll das brin­gen?

Gründe für Vermittlungssperren

Am häu­figs­ten füh­ren Tierheime als Grund das be­reits er­wähn­te „Haustier als Geschenk“ an. Tiere soll­ten nicht ver­schenkt, son­dern über­legt an­ge­schafft wer­den. Das Problem ist be­son­ders groß, wenn der Beschenkte nichts von sei­nem Glück weiß, si­ch auf die Tierhaltung nicht vor­be­rei­tet hat oder die­ses Tier viel­leicht gar nicht aus­ge­sucht hät­te. Um dies zu ver­hin­dern, wer­den kurz vor und nach Weihnachten kei­ne Tiere ver­mit­telt. Die Tierheime ha­ben den­no­ch je­des Jahr im Januar mit ei­ner grö­ße­ren Zahl von Abgabe- und Fundtieren zu rech­nen, wie Marion Dudla, Sprecherin des Deutschen Tierschutzbundes, 2011 im Interview mit Hallelife.de be­dau­er­te. Die Gründe für die Abgabe sind ein­fach: Der Alltag kehrt zu­rück, doch das tie­ri­sche Geschenk fin­det dar­in kei­nen Platz. Schnell stel­len die Beschenkten fest, dass ein Tier Arbeit mit si­ch bringt und Geld kos­tet. Spätestens zu Ostern, wenn der er­s­te Familienurlaub an­steht, fin­den ei­ni­ge der Geschenke den Weg ins Tierheim.

Hin und wie­der wird von Tierheimen auch dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der Umzug in das neue Heim für die Tiere um Weihnachten her­um be­son­ders stres­sig sei. Immerhin ste­hen kurz vor den Feiertagen no­ch gro­ße Einkäufe an, an den Feiertagen selbst ist oft mit grö­ße­rem Familienbesuch zu rech­nen. Kurz dar­auf folgt mit Silvester ei­ne für die meis­ten Tiere doch sehr stres­si­ge Zeit, so­dass Tierheime häu­fig um den 20. Dezember die Vermittlung schlie­ßen und er­st nach Silvester wie­der öff­nen.

Was dagegen spricht

Frei von Kritik ist die Vermittlungssperre al­ler­dings nicht. Einerseits feh­len ge­naue Zahlen, wie vie­le Tiere nach Weihnachten ab­ge­ge­ben wer­den und wie vie­le da­von wirk­li­ch Geschenke wa­ren. Zum an­de­ren sind Tierheime nicht die ein­zi­ge Anlaufstelle für Tierkäufer: Wer wirk­li­ch ein sol­ches Geschenk zu Weihnachten ma­chen will, lan­det bei du­bio­sen Vereinen, Tierfachgeschäften, pri­va­ten Anzeigen oder Vermehrern, die si­ch we­nig um ei­ne Vermittlungssperre küm­mern. Darüber hin­aus wer­den un­über­leg­te Tieranschaffungen nicht nur zu Weihnachten und Ostern, son­dern auch un­ter dem Jahr ge­tä­tigt. Die Heimtiere wer­den als Geburtstagsgeschenke, Präsente für den Schulabschluss oder zu ähn­li­chen Anlässen an­ge­schafft.

Dabei gibt es durch­aus Alternativen für je­ne, die den­no­ch ein Tier ver­schen­ken möch­ten: Statt des Tieres ist ein Gutschein mög­li­ch, so dass der Empfänger das Tier selbst in Ruhe aus­su­chen kann. Eltern kön­nen ih­ren Kindern ei­ne Anzahlung auf Schutzgebühr und Erstausstattung, viel­leicht auch ei­nen Käfig oder ähn­li­ches Zubehör an­stel­le des Tieres schen­ken. Wie auch im­mer das Geschenk aus­sieht: Ein Tier soll­te kei­ne Überraschung, son­dern ei­ne wohl­über­leg­te Anschaffung sein. Daher hat auch im­mer der Halter das Tier aus­zu­wäh­len, si­ch im bes­ten Fall zu­vor aus­gie­big zu in­for­mie­ren und viel­leicht so­gar ei­ne Weile auf das Geschenk zu ver­zich­ten, wenn der pas­sen­de Zeitpunkt für ein Tier ein­fach no­ch nicht ge­kom­men ist.

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