Tierschutz

Woran erkenne ich einen seriösen Tierschutzverein?

ein Haufen von Welpen

Leider gibt es überall schwarze Schafe, auch beim Tierschutz. Manchmal verstecken sich Menschen hinter diesem Begriff, die alles andere als Tierschützer oder Tierfreunde sind. Manchmal wird der Tierschutz aus den richtigen Gründen betrieben, aber vollkommen unseriös angegangen. Deswegen finden Sie hier eine Liste von Anhaltspunkten, die ihnen verraten, ob sie wirklich einem Tierschützer gegenüber stehen oder nicht.

Die Vermittlungsanzeige: Ehrlichkeit ist wichtig

Vermittlungsanzeigen sind meist auf spe­zia­li­sier­ten Portalen oder der Homepage des Vereins selbst zu fin­den. Sie soll­ten Bilder, ei­ne kur­ze Charakterbeschreibung so­wie die wich­tigs­ten Eckdaten (Alter, Größe, Geschlecht) der Tiere ent­hal­ten. Besonders bei Hunden ist hier Vorsicht ge­bo­ten: Beschreibungen, die zu po­si­tiv klin­gen, ent­spre­chen meist nicht der Wahrheit. Nicht sel­ten wer­den Jagdhunde oh­ne Jagdtrieb oder Herdenschutzhunde oh­ne Schutztrieb ver­mit­telt. Der neue Halter ist hier in der Pflicht, si­ch zu­vor über die Rasse sei­nes neu­en Begleiters gut zu in­for­mie­ren und dann zu über­le­gen, ob die Beschreibung der Wahrheit ent­spre­chen kann. Manchmal reicht es, die Eckdaten ge­nau­er zu hin­ter­fra­gen: Kann ein Straßenhund ru­hig und ent­spannt im Haus sein, ob­wohl er si­cher no­ch nie ei­nes be­tre­ten hat?

Kontakt zum Verein: Fragen und Rückfragen

Eine Homepage ist heut­zu­ta­ge ei­gent­li­ch Standard für je­den Verein. Nicht al­le se­hen für uns or­dent­li­ch und ein­la­dend aus, doch soll­ten dort zu­min­dest die Daten des Vereinsvorstandes, ein glaub­wür­di­ges Impressum, Kontaktdaten so­wie ge­ge­be­nen­falls ver­schie­de­ne Ansprechpartner zu fin­den sein. Ein Text zur Vereinsgeschichte und den Vermittlungspraktiken so­wie ei­ni­ge Bilder der Tierschützer im Einsatz las­sen eben­falls auf ei­nen se­riö­sen Verein schlie­ßen. In Sachen Internet bie­tet si­ch au­ßer­dem ei­ne kur­ze Suche nach Bewertungen an­de­rer Tierhalter an, wo­bei die­se nur sel­ten ob­jek­tiv sind.

Beim ers­ten Kontakt mit dem Verein sind meh­re­re Dinge ent­schei­dend: Erfolgt die­ser per Mail, las­sen si­ch an­hand der Formatierung und den Deutschkenntnissen er­s­te Rückschlüsse zie­hen. Betrüger sind oft­mals an ih­rem schlech­ten Schriftdeutsch zu er­ken­nen. Zu be­ach­ten ist auch, wie vie­le Fragen ge­stellt wer­den und wie auf Rückfragen re­agiert wird. Ist die Person ge­dul­dig? Interessiert sie si­ch da­für, ob ich dem Tier ein gu­tes Zuhause bie­ten könn­te? Kann sie Rückfragen zü­gig, freund­li­ch und kom­pe­tent be­ant­wor­ten?

Vor- und Nachkontrolle: Wird gründlich hingeschaut?

Je nach Tierart und Verein ist ei­ne Vorkontrolle im zu­künf­ti­gen Heim des Tieres mög­li­ch, manch­mal auch ei­ne Nachkontrolle. Hier fin­det oft der er­s­te per­sön­li­che Kontakt zu ei­nem Vertreter der Organisation statt. Wichtig ist: Schaut si­ch der Tierschützer um und stellt mir wie­der Fragen? Kann auch ich wei­te­re Fragen stel­len? Weicht er mei­nen Fragen aus oder ant­wor­tet er di­rekt? Wie viel kann er mir über das Tier be­rich­ten? An die­sem Punkt soll­ten si­ch Tierhalter spä­tes­tens nach der Schutzgebühr, dem Schutzvertrag, mög­li­chen Nachkontrollen und falls not­wen­dig dem Transport des Tieres so­wie dem Abholtag er­kun­di­gen. Auch hier gilt: Der Kontrolleur soll­te freund­li­ch blei­ben und aus­führ­li­ch ant­wor­ten kön­nen.

Die Übergabe: Leisten seine keine Vorauszahlungen

Wo si­ch Halter und Tier das er­s­te Mal tref­fen, kann ganz un­ter­schied­li­ch sein, je nach­dem, ob si­ch das Tier im Tierheim, auf ei­ner Pflegestelle oder no­ch im Ausland be­fin­det. Wichtig ist, dass vor der Übergabe kein Geld ge­zahlt wird, be­vor nicht si­cher ge­stellt ist, dass das Tier da, ge­sund und vor al­lem das rich­ti­ge ist. Zudem soll­te bei der Übergabe der Schutzvertrag ge­n­au ge­le­sen und un­ter­schrie­ben wer­den. Dieser schützt auch den neu­en Halter, da er ein Kaufvertrag ist und da­mit be­schei­nigt, dass die Schutzgebühr be­zahlt wur­de. Dies soll­te im Vertrag aus­drück­li­ch ver­merkt sein. Bestehen Änderungswünsche, müs­sen die­se vor dem Unterzeichnen aus­ge­han­delt wer­den.

Bei Pflegestellen oder Tierheimen ist es im­mer ein schlech­tes Zeichen, wenn der neue Tierhalter zu die­sem Zeitpunkt (oder auch schon bei frü­he­ren Besuchen) das Gelände nicht be­tre­ten und si­ch selbst ein Bild von den Zuständen ma­chen darf.

Das Negativbeispiel: Vermittlung beim Betrüger

Auch ein Betrüger lässt si­ch an be­stimm­ten Kriterien er­ken­nen. Meist be­kommt der neue Halter die­se Menschen nie zu Gesicht, er­hält die meis­te Auskunft (in schlech­tem Deutsch) per Mail, kei­ne oder nur we­nig Bilder vom neu­en Tier und ei­ne selt­sa­me oder gar kei­ne Charakterbeschreibung. Besuche auf ver­meint­li­chen Pflegestellen sind un­er­wünscht, das Haus darf nicht be­tre­ten wer­den. Das Tier soll mög­lichst schnell ver­mit­telt wer­den, ei­ne Kontrolle bleibt häu­fig aus. Das Geld soll vor der Übergabe über­wie­sen wer­den oder es kom­men im­mer wie­der fa­den­schei­ni­ge Ausreden, war­um das Tier nicht zum ver­ein­bar­ten Termin be­sich­tigt oder ab­ge­holt wer­den kann. Oftmals sind auch „Züchter“ zu fin­den, die ih­re Tiere le­dig­li­ch ge­gen ei­ne Schutzgebühr ab­ge­ben. Auch hier ist Vorsicht ge­bo­ten: Sind meh­re­re Rassen – meist mit gleich­zei­ti­gem Nachwuchs – zu se­hen? Sind die Muttertiere zu se­hen? Welchen Eindruck ma­chen sie? Ist klar er­kenn­bar, dass die Jungtiere auch zu die­sen ge­hö­ren (bei­spiels­wei­se an­hand ei­ner ge­schwol­le­nen Milchleiste)?

Ebenso ver­däch­tig – oder zu­min­dest ein Anzeichen für schlech­te Organisation im Verein: Der neue Tierhalter be­kommt das Tier ein­fach in die Hand ge­drückt, gibt das Geld bar „auf die Kralle“ und hört nie wie­der vom Verein.

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