Wildtiere

Immer weniger Osterhasen: ihr reales Vorbild, der Feldhase, verliert seinen Lebensraum

ein Bild von einem Feldhasen auf einer Wiese

An Ostern denken viele von uns an den Osterhasen. Doch was ist eigentlich mit seinem realen Vorbild, dem Feldhasen? Der kleine Kerl auf dem Bild schaut nicht umsonst ein wenig nervös drein. Der Lebensraum des Feldhasen wird immer kleiner, das Nahrungsangebot weniger. Auf der Roten Liste der bedrohten Arten wird er in ganz Deutschland als „gefährdet“ geführt. Und der Trend geht zu weiter sinkenden Beständen, wie es in einer Pressemitteilung des NABUs heißt.

Zum einen hat der Feldhase natürlich Fressfeinde, die es auf ihn abgesehen haben. Zum anderen ist da aber auch der Mensch, der durch intensive Landwirtschaft den Lebensraum des Feldhasen verkleinert. Die Langohren finden dadurch nicht nur weniger Nahrung, sie können sich auch schlechter verstecken. Besonders Junghasen sind dadurch leichte Beute. Das geringere Nahrungsaufkommen hat einen weiteren Nebeneffekt: Die Hasen überwinden ihre natürliche Scheu und kommen auf der Suche nach Futter näher an die Städte.

Seine immer geringer werdende Zahl brachte ihm zwei Preise ein: In den Jahren 2001 und 2015 wurde der Feldhase von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild zum Tier des Jahres ernannt.

Was würde dem Feldhasen helfen?

Was der Hoppler braucht, ist ein ruhiger Lebensraum. Blühstreifen und Hecken könnten hierfür angelegt werden. Außerdem bedarf es einer Extensivierung der Landwirtschaft. Von derartigen Maßnahmen würden übrigens auch andere Tierarten wie Feldlerchen (ein bedrohter Wiesenvogel) und Bienen profitieren.

Der Feldhase: ein kurzes Artporträt

Wer ist eigentlich dieser Oster-/Feldhase? Zuerst einmal kein Kaninchen. Umgangssprachlich geht man hier oft von demselben Tier aus, dabei sind Feldhasen nicht mit den Kaninchen zu vergleichen, die wir aus heimischen Ställen kennen. Der Feldhase (Lepus europaeus) ist neben dem Schneehasen der größte Hasenartige in Europa. Ausgewachsene Artvertreter kommen auf ein Gewicht von 2,5 bis über 6 Kilogramm. Die Grundfarbe des Hasenfells variiert, je nachdem, aus welcher Region er stammt. Immerhin kommen die Feldhasen auf beinahe allen Kontinenten vor und müssen sich entsprechend ihrer Natur tarnen können.

Aktiv sind Feldhasen vor allem zur Dämmerungszeit und bei Nacht. Tagsüber verstecken sie sich in sogenannten Sassen, in Mulden im Boden, in denen sie kauern und dadurch nur schwer zu sehen sind. Kommt ihnen doch einmal jemand zu nahe, können sie kurzzeitig mit bis zu 70 Stundenkilometern fliehen. Ihre Sprunghöhe reicht bis zu zwei Meter. Die Ernährung von Feldhasen ist rein pflanzlich. Grüne Pflanzenteile schmecken ihnen gut, aber auch Knollen, Wurzeln und Getreide.

Feldhasenweibchen bekommen drei bis vier Mal im Jahr Junge. Die Kleinen werden als Nestflüchter geboren, haben also bereits Haare und können sehen. Das Muttertier kommt etwa zweimal täglich zum Säugen vorbei. Sollten Sie also vermeintlich verwaiste Feldhasenjungen auf einem Feld entdecken, erst das erstmal kein Grund zur Sorge.

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