Wildtiere

Nach diesen Vögeln kann man die Uhr stellen

ein Stieglitz auf einem Ast

Besonders im Frühling singen die Vögel scheinbar morgens um die Wette. Noch vor Sonnenaufgang beginnen sie ihr vielstimmiges, melodisches Konzert. Vogelkenner mit guten Ohren können erhören, um welchen Vogel es sich handelt, so einzigartig ist ihr Gesang. Für jene, die nicht ganz so fit in Sachen Vogelstimmerkennung sind, bietet das Vogelorchester die Chance zu lernen, die einzelnen Vögel auseinanderzuhalten. Denn nach den Piepmätzen kann man die Uhr stellen. Jeden Morgen beginnt dieselbe Vogelart zur selben Zeit ihr Lied, abhängig davon, wann die Sonne aufgeht.

Die Vogeluhr im Detail

In 80 Minuten geht die Sonne auf. Wenn Sie jetzt einen Vogel singen hören, dann ist es vermutlich der Gartenrotschwanz. Von April bis Juli ist er gesanglich unterwegs. Zehn Minuten später, also 70 Minuten vor dem Sonnenaufgang, stimmt der Hausrotschwanz zwischen März und Juli sein Lied an. Ist der Sonnenaufgang noch eine Stunde entfernt, beginnt die Rauchschwalbe zu singen – zumindest von April bis Juli. Fünf Minuten später ist die Singdrossel an der Reihe. Von Februar bis Juli ist ihre Stimme zu hören.

Die 50-Minuten-Marke kündigen gleich zwei Vögel an: der Kuckuck, der von April bis Juni trällert, und das Rotkehlchen, das von Februar bis Juli singt. 45 Minuten vor Sonnenaufgang wird das Feld noch dichter: Mönchsgrasmücke (von März bis Juli), Goldammer (von Februar bis Juni) und Amsel (Februar bis Juli) heben nun zu einem Konzert an. Von Februar bis Juli stimmt der Zaunkönig 40 Minuten vor Sonnenaufgang mit ein. Blaumeise (von Januar bis Juni) und Zilpzalp (von März bis Juli) besingen die 35-Minuten-Marke bis zum Sonnenaufgang.

Die Kohlmeise verrät, dass es nur noch eine halbe Stunde dauert, bis die Sonne erstrahlt. Sie singt von Januar bis Juni. Wenn es nur noch 20 Minuten sind, singen Fitis (von April bis Juni) und Stieglitz (von Februar bis Juni) ihr Lied. Grünfink (von Januar bis Juli) und Star (von Januar bis September) läuten die letzten 15 Minuten ein. Der letzte im Bunde ist der Buchfink: Von Februar bis Juli kündigt er an, dass in nur zehn Minuten die Sonne aufgehen wird.

Wieso singen Vögel?

Meistens sind die Männchen die Sangeswunder unter den Vögeln. Mit ihrer Stimme stecken sie ihr Revier ab und locken Weibchen zu sich. Deswegen sind Vögel meist nur zu ihrer jeweiligen Brutzeit zu hören. Den morgendlichen Konzertbeginn gibt die Dämmerung vor. Sie löst bei den Vögeln die Ausschüttung von Hormonen aus – das Zwitschern kann beginnen.

Anders sieht es im Herbst bis Winter aus. Vögel, die hier überwintern, beginnen mit dem Einbruch der kalten Jahreszeiten ihre Reviersuche. Männlein und Weiblein singen in dieser Zeit, um ihr Revier abzustecken.

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