Wildtiere

Warum haben manche Füchse größere Ohren als andere? Wegen einer der fünf Klimaregeln

ein Polarfuchs im Schnee

Manche nah verwandte Tierarten gibt es in verschiedenen Regionen der Erde und damit auch in verschiedenen Klimazonen. Oft sind sie sich optisch auffällig ähnlich, obwohl sich einige Merkmale deutlich unterscheiden. So haben Füchse, die in kälteren Regionen leben, kleinere Ohren als Verwandte aus wärmeren Gefilden. Pinguine, die in wärmeren Gebieten leben, sind kleiner als ihre nahen Verwandten aus kälteren Regionen. Warum das so ist – und das Klima der Heimatregion noch bestimmt – erklären die fünf Klimaregeln.

Nummer 1: die Allen’sche Regel – kurze Beine an den Polen

Tierarten in wärmeren Gebieten haben längere Körperanhänge (Beine, Schwanz, Ohren) als ihre nah verwandten Arten in kälteren Regionen der Erde. Wie bei der Bergmann’schen Regel wird das Verhältnis von Körperoberfläche zu Körpervolumen dadurch verändert. Große, lange Körperanhängsel vergrößern die Körperoberfläche und somit den Wärmeverlust, da mit einer größeren Oberfläche bei gleichem Volumen die Wärmeabgabe zunimmt. Große Ohren in warmen Gebieten, kleine in kalten – beides ein deutlicher Vorteil für das Tier.

Nummer 2: die Bergmann’sche Regel – große Tiere an den Polen

In kälteren Gebieten sind nah verwandte Tierarten größer als in wärmeren. Der Grund dafür ist das Verhältnis von Körpervolumen zur Körperoberfläche: Bei gleichem Volumen steigt der Wärmeverlust mit zunehmender Oberfläche. In kalten Regionen, beispielsweise an den Polen oder im Hochgebirge, wird durch einen größeren Körper das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen verringert. Dadurch nimmt der Wärmeverlust über die Haut ab. Ein großer Vorteil in kalten Zonen.eine Gruppe Pinguine

Nummer 3: die Gloger’sche Regel – dunklere Tiere in der Sonne

Leben nah verwandte Arten in verschiedenen Lebensräumen mit unterschiedlich starker Sonneneinstrahlung, so sind Fell, Haut, Federn oder Schuppen bei der Art dunkler, die größerer Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Diese stärkere, dunklere Pigmentierung schützt den Körper vor der ultravioletten Strahlung der Sonne. Tiere, die in Gebieten mit weniger starker Sonneneinstrahlung leben, sind darauf nicht angewiesen.

Nummer 4: die Rensch’sche Regel – lange Haare an den Polen

Säugetiere in kälteren Regionen der Erde haben längere Deckhaare und ein dichteres Unterhaar als nah verwandte Arten in wärmeren Lebensräumen. Das dichtere beziehungsweise längere Fell isoliert und reduziert somit den Wärmeverlust. In kälteren Regionen brauchen es die Tiere einfach ein bisschen kuschliger und wärmer.

Nummer 5: die Hesse’sche Regel – große Herzen an den Polen

Warmblütige Tiere, also Vögel und Säugetiere, haben in warmen Regionen ein geringeres Herzvolumen als ihre nah verwandten Arten in kälteren Regionen. Ein größeres Herz ist in kälteren Lebensräumen nötig, da dort eine gesteigerte Herz- und Stoffwechseltätigkeit für die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur erforderlich ist. In wärmeren Regionen genügt ein kleineres Herz.

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